Forschungsprojekt

Auslandsberichterstattung im 19. Jahrhundert: Konstruktion und Repräsentation des Auslands in der deutschen und französischen Presse

Lisa Bolz

Lisa Bolz

Doktorandin in der Abteilung 19. Jahrhundert (2014-2017)


Das Dissertationsprojekt hinterfragt die Formierung der Auslandsberichterstattung in Abhängigkeit von infrastrukturellen, technischen und journalistischen Bedingungen im 19. Jahrhundert. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Zeitspanne von 1830 bis 1870, einer Zeit, in der die Nachrichtenagenturen aufkamen und sich die Auslandsberichterstattung formal und geographisch stark wandelte. Ausgehend vom journalistischen Text soll das Zirkulieren von Informationen nachverfolgt und die Präsentation des Auslands untersucht werden. So sollen einerseits die Wege internationaler Informationen, von ihrem Ursprung bis zum Druck in der Zeitung, nachvollzogen und eine Nachrichtengeographie erstellt werden, um das Wechselspiel von internationaler Information und nationalem Journalismus zu verstehen.

ERROR: Content Element type "dce_dceuid24" has no rendering definition!

Andererseits sollen die Zeitungsinhalte und der journalistische Schreibprozess vor dem Hintergrund der journalistischen Praxis des 19. Jahrhunderts analysiert werden. Diese Überlegungen geben Aufschluss über die Bildung von Kommunikationsnetzwerken innerhalb der französischen und deutschen Presselandschaft oder auch zwischen Frankreich und den deutschen Ländern.

Methodisch stellt die kommunikationswissenschaftliche Arbeit vor allem eine Kombination aus quantitativer Inhaltsanalyse und kommunikationeller Zeitungsanalyse (approche communicationnelle) dar: Zum einen ermöglicht dies einen Überblick über die thematische Zusammensetzung der Berichterstattung, sowohl im Zeitverlauf als auch im Ländervergleich. Zum anderen können so die Nachrichtenauswahl und -aufbereitung sowie die Darstellungsform der Auslandsberichterstattung untersucht werden.

Die Arbeit ersteht als Cotutelle unter der Betreuung von Prof. Dr. Adeline Wrona (École des hautes études en sciences de l’information et de la communication (CELSA) - Université Paris-Sorbonne) und Prof. Dr. Armin Scholl (Institut für Kommunikationswissenschaft - Westfälische Wilhelms-Universität Münster).