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Neuerscheinung: PHS 107

Pierre Horn, Le défi de l’enracinement napoléonien entre Rhin et Meuse, 1810 –1814. L’opinion publique dans les départements de la Roër, de l’Ourthe, des Forêts et de la Moselle (Pariser Historische Studien, 107), Berlin 2017.

Schenkt man den Essayisten des 19. Jahrhunderts Glauben, brachte letztlich die öffentliche Meinung Napoleon um seinen Thron, weil er ihre Zielsetzungen mit seinen eigenen vermengt hatte. War es also die »Königin der Welt«, die Napoleon, zugleich Fortsetzer und Totengräber der Revolution, stürzte und damit sein für sich selbst errichtetes Regime? Diese komplexe Frage ist hoch umstritten, sobald man den Blick auf die 1794 durch die Revolutionstruppen eroberten Gebiete richtet. Befanden sich die Belgier, die Rheinländer und die Luxemburger unter den Gesetzen des napoleonischen Frankreichs auf dem Weg der politischen und kulturellen Assimilation, als eine ungünstige Situation diese Entwicklung bremste? Der Historiker des 21. Jahrhunderts sollte tunlichst vermeiden, die Frage in dieser Form zu stellen, denn nach zwei Jahrhunderten voller ideologischer Kämpfe besteht kein Zweifel, dass selbst solche Arbeiten zur öffentlichen Meinung, die um Verständnis bemüht sind, sich einem strengen Urteil, dem Erbe unterschiedlicher nationaler Überzeugungen, stellen müssen. Eine sachliche Untersuchung eines derart schwer zu fassenden Gegenstandes in sehr bewegten Zeiten kann nur mit Hilfe einer deutsch-französischen Herangehensweise und im Rahmen einer transnationalen Studie angegangen werden.

Publikation in französischer Sprache.