
Im Rahmen einer neuen Kooperation fördern die Fondation pour la Mémoire de la Shoah und das DHIP eine:n Forschenden aus dem deutschsprachigen Raum, der/die über die Shoah in Frankreich und Westeuropa arbeitet.
Bewerbungsschluss: 1. April 2026.
Anlässlich des jährlichen Seminars für Stipendiatinnen und Stipendiaten der Fondation pour la Mémoire de la Shoah (FMS) in den Räumen des DHIP haben Philippe Allouche, Generaldirektor der FMS, und Klaus Oschema, Direktor des DHIP, am 21. Januar 2026 einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Dieser sieht ab dem akademischen Jahr 2026/27 die Vergabe des FMS-DHIP-Stipendiums zur Erforschung der Shoah in Frankreich und Westeuropa vor.
Die Förderung wird in der Regel einmal je akademisches Jahr vergeben. Das Angebot richtet sich an Promovierende und Postdocs, die an einer deutschen Universität angebunden sind und die einen einjährigen Forschungsaufenthalt in Paris anstreben. Bewerbungen aus anderen deutschsprachigen Ländern sind möglich. Die Förderung umfasst ein Stipendium der FMS, das im Rahmen des regulären Förderprogramms der Fondation vergeben wird. Das DHIP leistet einen Mobilitätszuschlag und stellt einen Arbeitsplatz zur Verfügung. Der oder die Stipendiat:in kann die Infrastrukturen des Instituts nutzen und nimmt am akademischen Leben des DHIP teil.
Die Fondation pour la Mémoire de la Shoah (FMS) ist eine als gemeinnützig anerkannte private Stiftung. Ihr Stiftungsvermögen stammt aus der Rückgabe von nachrichtenlosen Vermögenswerten, die während des Zweiten Weltkriegs von französischen Juden enteignet worden waren. Mit den Erträgen aus dem Stiftungsvermögen unterstützt die Stiftung die Aktivitäten des Mémorial de la Shoah (Paris, Drancy und an anderen Orten) und beteiligt sich an der Finanzierung von Projekten mit dem Ziel, das Wissen über die Shoah zu erweitern, Überlebenden in Not zu helfen, das Erbe der jüdischen Kultur weiterzugeben, Antisemitismus zu bekämpfen und den interkulturellen Dialog zu fördern.
Das Deutsche Historische Institut (DHIP), gegründet 1958, ist ein historisches Forschungsinstitut im Zentrum von Paris. Das DHIP betreibt eigene Forschung und unterstützt gleichzeitig Forscherinnen und Forscher, die zur westeuropäischen Geschichte arbeiten und dazu Recherchen in Frankreich oder Deutschland vornehmen. Weitere Schwerpunkte sind die Digitale Geschichtswissenschaft und die Geschichte Afrikas. Durch seinen Standort, sein internationales Team und sein dichtes Netz an Kooperationspartnern vermittelt das DHIP zwischen unterschiedlichen Wissenschaftskulturen und fördert eine international ausgerichtete Geschichtsschreibung. Forschenden unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlicher methodischer Ausrichtung und unterschiedlichen Alters den Austausch und den Dialog zu ermöglichen, ist die zentrale Aufgabe des Instituts.
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