Frühe Neuzeit

Wandel und Beharrung

Staatensystem und Staatsbildungsprozesse in der Vormoderne

Die Forschungsprojekte des DHIP im Arbeitsbereich Frühe Neuzeit sind derzeit schwerpunktmäßig in der ersten Hälfte des 16. und in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts angesiedelt. Zum einen wird Frankreichs Bedeutung als dynamisches Element und Akteur der europäischen Politik in der Formierungsphase des frühneuzeitlichen Staatensystems in den Blick genommen. Dabei wird auch der Perspektive auf traditionale Elemente wie Umbrüche in den Formen zwischenstaatlicher Kommunikation Raum gegeben. Zum anderen rückt die Analyse der Notabelnversammlung von 1787 verschiedene Aspekte des Staatsbildungsprozesses am Ende des Ancien Régime in den Vordergrund. Im Hinblick auf die Akteure dieses Geschehens und unter Verwendung verflechtungs- und kommunikationsbezogener Ansätze trägt diese Untersuchung zu einem differenzierteren Bild der gesellschafts- und kulturgeschichtlichen Übergangsprozesse zwischen Revolutions- und Restaurationszeitalter bei. Daneben werden weitere Projekte zur frühneuzeitlichen Adelsforschung, insbesondere zu den transnationalen Beziehungsgeflechten hochadeliger Häuser, gepflegt.

König Franz I., Kaiser Karl V. und Kardinal Alessandro Farnese bei ihrer Ankunft in Paris 1540, Fresko von Taddeo Zuccaro in den Sala dei Fasti Farnesiani der Villa Farnese, Caprarola

Franz I. von Frankreich (1495/1505-1547)

Prof. Dr. Rainer Babel

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Das Testament des Friedens oder Anstands, 1615, in: Wolfgang Harms, Deutsche Illustrierte Flugblätter des 16. und 17. Jahrhunderts, München 1980–1997, Bd. 2, 182f. (II, 104).

Die keusche Respublica und ihr fürstlicher Liebhaber

Staatspersonifikationen in der Frühen Neuzeit
Prof. Dr. Thomas Maissen

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Auszug aus einem Brief Ludwigs XIV. an den aufständischen ungarischen Adeligen und Fürsten von Siebenbürgen, Georg I. Rákóczi, 28.5.1644, Archives du Ministère des Affaires Étrangères La Corneuve, Bestand Correspondance politique Hongrie-Transylvanie.

Partenaires de force égale?

Diplomatisch-politische Verflechtungen zwischen Frankreich und dem aufständischen ungarischen Adel (1620–1711)
Sabrina Rospert

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Das Team

In der von Rainer Babel geleiteten Abteilung Frühe Neuzeit arbeiten neben dem Direktor Thomas Maissen ein Wissenschaftler und eine Doktorandin.

Frühe Neuzeit
Abteilungsleiter

Prof. Dr. Rainer Babel

 

 

Wissenschaftlicher Koordinator

Dr. Niels May

 

 

Doktorandin

Sabrina Rospert

 

 

Termine

In der Abteilung Frühe Neuzeit sind folgende Veranstaltungen in Vorbereitung.

Frühe Neuzeit Workshop

Le voyage américain d’Alexandre de Humboldt (1799–1804)

L’héritage patrimonial et scientifique d’Alexandre de Humboldt

Frühe Neuzeit Seminar

Séminaire de recherche sur les Lumières

Céline Spector, L’Europe des Lumières: fédération, civilisation, empire

Aktuelle Publikationen im Forschungsbereich Frühe Neuzeit
Band 112

Pariser Historische Studien

Flavio Eichmann, Krieg und Revolution in der Karibik. Die Kleinen Antillen, 1789–1815, Berlin (De Gruyter) 2019.

Band 82

Beihefte der Francia

Niels F. May, Zwischen fürstlicher Repräsentation und adliger Statuspolitik. Das Kongresszeremoniell bei den westfälischen Friedensverhandlungen, Ostfildern (Thorbecke) 2016.

Band 81

Beihefte der Francia

 Martin Wrede, Laurent Bourquin (Hg.), Adel und Nation in der Neuzeit. Hierarchie, Egalität und Loyalität, 16.–20. Jahrhundert, Ostfildern 2017.

Band 105

Pariser Historische Studien

Indravati Félicité, Négocier pour exister, Les villes et duchés du nord de l’Empire face à la France 1650–1730, München 2016.

Abgeschlossene Projekte

In Kooperation mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)-Archivamt Münster hat das DHIP den Nachlass des Herzogs Emmanuel de Croÿ (1718–1784) erschlossen und digitalisiert.