Audio- und Videomitschnitte

La naissance d’une règle. Aux origines des couleurs héraldiques

Vortrag von Michel Pastoureau (EPHE), im Rahmen der Herbstuniversität »Raum, Zeit und Person. Aktuelle Zugänge der Historischen Grundwissenschaften«
28. Oktober 2025, online und vor Ort

Wappen entstanden im 12. Jahrhundert und setzen sich seitdem aus Figuren und Farben zusammen. Letztere, insgesamt sechs, lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: In der ersten befinden sich die Farben Weiß und Gelb, in der zweiten die Farben Rot, Blau, Schwarz und Grün. Bei der Gestaltung von Wappen gibt es eine strenge Regel, die es verbietet, zwei Farben aus derselben Gruppe nebeneinander oder übereinander zu verwenden. Im Mittelalter gibt es nur sehr wenige Ausnahmen von dieser Regel, die seit den Anfängen des Wappenwesens besteht.

Warum gibt es eine solche Regel? Woher stammt sie? Hat die Heraldik sie aus einem anderen Zeichensystem übernommen? Lässt sie sich auf materielle, technische, visuelle oder symbolische Ursachen zurückführen? Wie rechtfertigen die Herolde sie? Auf all diese Fragen versucht der Vortrag eine Antwort zu finden.

Michel Pastoureau (EPHE)

Bildnachweis: Wappen des Artois und der Picardie im Großen Wappenbuch vom Goldenen Vlies und von Europa (ca. 1435–1438). Paris, Bibliothèque de l’Arsenal, 4790, fol. 76r, https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b55009806h/f159.item