Horizonte der Arbeit. Arbeitskräfte aus Mitteleuropa im frühneuzeitlichen Kolonialismus
Vortrag von Philip Hahn (Univ. Saarbrücken), im Rahmen der Reihe »Les jeudis de l’Institut historique allemand«
Kommentar: Alessandro Stanziani (EHESS)
21. Mai 2026, vor Ort und online
Mit der Gründung kolonialer Handelskompanien in mehreren west- und nordeuropäischen Ländern im 17. Jahrhundert entstand ein großer Bedarf an Arbeitskräften, der Männer aus ganz Europa anlockte. Dieses Phänomen ist bekannt, doch seine Erforschung steht erst am Anfang. Bislang wurden lediglich die Musterrollen der Kompanien (vor allem der niederländischen Ostindischen Kompanie sowie der französischen Compagnies des Indes) erfasst und einige überlieferte Erfahrungsberichte ausgewertet. Die Archivbestände in den Herkunftsregionen der Arbeitskräfte wurden hingegen nur ansatzweise herangezogen. Gerade diese Quellen erlauben es, das Phänomen kolonialer Arbeitsmigration sozialgeschichtlich zu kontextualisieren. Der Vortrag skizziert den Erkenntnisgewinn durch die Kombination der unterschiedlichen Überlieferungen.
Bildnachweis: Johann Valtin Kius, Verzeigniß Büchlein (Handschrift, Hildburghausen, 1750–1782, im Privatbesitz), Ausschnitt aus dem Briefregister der Korrespondenz mit seinen 3 Söhnen, die in der Niederländischen Ostindienkompanie dienten.
