Pariser Historische Studien

Band 109

Katrin Rack, Unentbehrliche Vertreter. Deutsche Diplomaten in Paris, 1815–1870 (Pariser Historische Studien, 109), Berlin (De Gruyter) 2017.

»Ein Gesandter ohne Macht […] sieht recht schön aus, kostet recht viel Geld, hat aber sonst gar keinen Zweck«. So äußerte sich 1867 der Abgeordnete Rudolph Bamberger im Darmstädter Landtag.
Die meisten deutschen Einzelstaaten verfügten vor der deutschen Reichsgründung im Jahr 1871 über eine eigene Vertretung in der französischen Hauptstadt. Nutzen und Wirksamkeit dieser Missionen wurden immer wieder hinterfragt.
Am Beispiel der Vertreter von Preußen, Österreich, Bayern, Baden und Hessen-Darmstadt zeigt die Studie, wie die Diplomaten selbst ihre Tätigkeit verstanden und wie sich ihr Alltag gestaltete. Sie verdeutlicht, dass die Diplomatie im 19. Jahrhundert keinen Bedeutungsverlust erlitt. Vielmehr veränderte sie sich allmählich, bis ein eigenes, auf das seit dem Wiener Kongress verbindliche Gesandtschaftsrecht gestütztes Profil erkennbar zutage trat.