Der Vortrag geht der Frage nach, inwieweit sich bei den betroffenen Akteuren in der Bundesrepublik Deutschland und in Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg allmählich eine »neue Denkweise« im Umgang mit der Saarfrage durchgesetzt hat. Dank der ersten Erfolge der westeuropäischen Einigung und des beiderseitigen Interesses an der Fortführung dieses Prozesses verlor die ursprünglich sehr umstrittene Frage nach der Zukunft des Saarlandes nach und nach ihren konfliktreichen Charakter. Dies ermöglichte nach dem Scheitern des Saarstatuts eine rasche deutsch-französische Einigung über die Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik Deutschland. Vor diesem Hintergrund sollen am Beispiel des Saarlandes verschiedene strukturelle Faktoren herausgearbeitet werden, die für die Entwicklung der deutsch-französischen Beziehungen und der europäischen Einigung von den 1950er Jahren bis heute von Bedeutung sind.
Prof. Dr. Reiner Marcowitz, geboren 1960, ist seit 2007 Professor für Germanistik an der Universität Lothringen. Er war zuvor an der TU Dresden und am DHIP tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der deutschen und französischen Geschichte, den deutsch-französischen Beziehungen vom 19. bis zum 21. Jahrhundert und der Geschichte der europäischen Integration nach dem Zweiten Weltkrieg.
Veranstaltung auf Französisch.
Für eine Teilnahme vor Ort ist keine Anmeldung erforderlich.
Online-Teilnahme über den Stream.
Vortrag in Kooperation mit der Staatskanzlei des Saarlandes und dem Pariser Büro des Saarlandes.
Er findet im Rahmen der Vortragsreihe der Kommission für Saarländischen Landesgeschichte »Von der Saarabstimmung 1955 bis zur ›Kleinen Wiedervereinigung‹ 1957« statt, die den Weg des Saarlandes von der Ablehnung des Saarstatuts bis zum Beitritt zur Bundesrepublik beleuchtet. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

