Vor Ort und online: Erinnerungsprozesse in imperialen Lebenswelten

Objektgeschichte und Dekolonisierungsdynamiken in vergleichender europäischer Perspektive

  • Afrika Tagung
  • 17:00 Uhr (18.03.) - 16:00 Uhr (20.03.)
  • DHIP
Holzskulptur. Man in Anzug mit Hut und Pfeife.

Ob Uhren, Teeservice, Kunstwerke im Museum oder Statuen im öffentlichen Raum: die Dinge justieren im Alltag unseren Raum und unsere Zeit. Das gilt zumal für die Objekte, die aus der verflochtenen Geschichte »des Westens« und »des Rests« entstammen – aus globalen Prozessen der Kolonisierung und Dekolonisierung. Die Dinge machen diese Vergangenheit in der Gegenwart sichtbar. Sie stellen Kontaktzonen her, öffnen Verhandlungsräume und modifizieren historisch Standpunkte, die das Verhältnis von Rand und Mitte stets neu verhandeln. Sie sind nicht allein materielle Objekte, sondern auch Träger symbolischer Bedeutungen und alltägliche Gebrauchsgegenstände.

Unsere transdisziplinäre Tagung nimmt sich den mit dem material turn angestoßenen Fragen von Repräsentationsweisen von Objekten, ihren Rezeptionen sowie ihren dynamischen Bedeutungszuschreibungen für die Vergangenheit und für Erinnerungsdiskurse an. Was sagen die Objekte über die Dekolonisierungsprozesse aus und wie sind Materialität und Erinnerung in Hinblick darauf miteinander verwoben? Welche Erinnerungspraktiken sind mit den Objekten verflochten und wie begleiten und beeinflussen diese den historischen Wandel von Erinnerungen – sowohl in postimperialen Staaten in Westeuropa wie afrikanischen, amerikanischen und asiatischen postkolonialen Gesellschaften? Inwiefern können Objekte »dekolonisiert« werden? Welche Praktiken sind dazu notwendig und wie sind sie mit Erinnerungsdiskursen verflochten (im Umgang mit Denkmälern, Ausstellungspraxen usw.)?

Anmeldung für eine Online-Teilnahme:ein Zoomlink wird in Kürze veröffentlicht
Für eine Teilnahme vor Ort ist keine Anmeldung erforderlich. 

Organisatoren: Stefan Berger (Univ. Bochum), Robert Heinze (DHIP), Klaus Oschema (DHIP), Benedikt Stuchtey (Univ. Marburg)

In Kooperation mit der Univ. Bochum und der Univ. Marburg. Mit finanzieller Unterstützung der Thyssen-Stiftung

Bildnachweis:
Holzskulptur, Mann mit Pfeife, Côte d’Ivoire, vor 1991. Die Skulptur gehört zum in Afrika verbreiteten Genre der »Colon«-Statuen, die oft satirisch weiße Kolonisatoren und Eroberer darstellen. Foto: Collectie Stichting Nationaal Museum van Wereldculturen
, Wikimedia Commons