Elisabeth Kimmerle, Frauen in Bewegung. Politische Räume von Migrantinnen aus der Türkei in West-Berlin 1961-1989 (Geschichte der Gegenwart, 38), Göttingen (Wallstein) 2025
Migration hat die deutsche Gesellschaft tiefgreifend verändert. Frauen, die seit den 1960er-Jahren aus der Türkei zur Arbeit in die Bundesrepublik kamen, waren als politische Akteurinnen oft treibende Kräfte sozialen und politischen Wandels. Ob Vereinbarkeit von Lohnarbeit und Familie, kommunales Wahlrecht oder eigenständiges Aufenthaltsrecht: Migrantinnen brachten Themen auf die politische Agenda, die geltende Konzepte von Arbeit, Geschlecht und Staatsbürgerschaft in Frage stellten.
Auch in West-Berlin kämpften Migrantinnen aus der Türkei für ihre Rechte. In verschiedenen sozialen Räumen wie der Fabrik, dem Frauenwohnheim, der Straße und Frauenläden lässt sich der Wandel migrantischer Selbstorganisation zwischen 1961 und 1989 aus transnationaler und geschlechtergeschichtlicher Perspektive beobachten. Archivquellen und Interviews mit Zeitzeuginnen machen Erfahrungen und politische Räume jenseits von Parteien und Gewerkschaften sichtbar. Die intersektionale Perspektive auf Migration und Geschlecht bietet neue Einblicke in die Geschichte migrantischer Kämpfe und zeigt, wie das »Private« in der Einwanderungsgesellschaft zum Politischen wurde.
Elisabeth Kimmerle, Forscherin am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam (ZZF) diskutiert mit Peter Hallama, Juniorprofessor an der Univ. Paris 1 Panthéon Sorbonne (UMR Sirice) über ihr Buch, moderiert von Corine Defrance (CNRS/Sirice) und Ulrich Pfeil (Univ. Lothringen).
Eine Anmeldung für eine Teilnahme vor Ort ist nicht nötig.
Anmeldung für eine Online-Teilnahme: Zoom
Veranstaltung in deutscher und französischer Sprache (mit konsekutiver Übersetzung).
Der Divan historique wird in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Paris, dem CEGIL (Univ. Lothringen) und der UMR SIRICE (Univ. Paris 1 Panthéon-Sorbonne/CNRS) organisiert.
Bildnachweis: © Wallstein Verlag.

