Veranstaltungen

Dialog und Austausch
26.09.2022

Online und vor Ort: Divan historique

Stephan Malinowksi (Edinburgh), Die Hohenzollern und die Nazis. Geschichte einer Kollaboration

  • Podiumsdiskussion 20. und 21. Jahrhundert
  • 18:30 Uhr (26.09.) - 20:30 Uhr (26.09.)
  • Goethe-Institut Paris

Die Hohenzollern drückten der Geschichte Brandenburgs, Preußens und Deutschlands über Jahrhunderte ihren Stempel auf. Doch am 9. November 1918 dankte Wilhelm II. als preußischer König und deutscher Kaiser ab und die Republik wurde ausgerufen. Wilhelm II. ging ins Exil in die Niederlande.

Der ehemalige Kaiser und seine Familie, zuvorderst der frühere Kronprinz Wilhelm von Preußen, waren sich in der Verachtung von Republik und Demokratie einig; sie hofften auf die Wiederrichtung der Monarchie. In den Krisenjahren der Weimarer Republik und in der Phase der NS-Machtübernahme und Machtsicherung wurden die Kontakte zum Nationalsozialismus und zum Regime Adolf Hitlers enger.

Die politische Haltung der Hohenzollern und vor allem des Kronprinzen im Umfeld der »Machtergreifung« ist Objekt heftiger öffentlicher Debatten. Denn die Familie Hohenzollern kämpft in Verhandlungen mit der Bundesrepublik und den Ländern Berlin und Brandenburg sowie vor Gericht um die Restitution von Eigentum, das in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR enteignet worden war: Hatten die Hohenzollern, hatte insbesondere Kronprinz Wilhelm den Nationalsozialisten »Vorschub geleistet«? Von der Antwort auf diese Frage wird unter anderem abhängen ob es zur Restitution kommt.

Hatten die Hohenzollern einen aktiven Beitrag zur Machtübernahme oder zur Sicherung von Hitlers Macht nach dem 30. Januar 1933 geleistet? Welche Rolle übernahmen die einzelnen Familienmitglieder seit dem Ersten Weltkrieg im Kampf um politischen Einfluss? Was waren ihre politischen Überzeugungen? Wie agierten sie im sich radikalisierenden politischen Milieu der rechten Republikfeinde? Wie beeinflussten sie das Bild der Öffentlichkeit von ihrer Familie?

Diesen Fragen geht Stephan Malinowksi in seinem Buch nach. Der Professor an der University of Edinburgh war als Gutachter und Publizist von Beginn an der Debatte um die Geschichte der Hohenzollern beteiligt. Sein Buch »Die Hohenzollern und die Nazis. Geschichte einer Kollaboration« erhielt den Deutschen Sachbuchpreis 2022.

Dominique Trimbur ist Spezialist für die Geschichte des Antisemitismus, der Shoah und der Zeitgeschichte Deutschlands und Israels. Er ist Mitarbeiter der Fondation de la Mémoire de la Shoah und wird das Buch kommentieren. Mit Malinowski und Trimbur diskutieren Corine Defrance (Paris) und Ulrich Pfeil (Metz).

Veranstaltung in französischer Sprache.

Anmeldung für eine Teilnahme vor Ort: info-paris@goethe.de
Anmeldung für eine Online-Teilnahme: ein Link wird in Kürze online gestellt

In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Paris, der Universität Lorraine/Cegil und SIRICE.


Bildnachweis: Kronprinz Wilhelm 1933 bei einem NS-Aufmarsch, © The Associated Press of Great Britain/John Rohl, Wikimedia Commons.