Neuere und Neueste Geschichte

Forschungsprojekt

»Festung Europa«? Euro-kritische Diskurse und Wahrnehmungen in den Medien und internationalen Beziehungen (1970–2009)

Wissenschaftliche Mitarbeiterin


Mithilfe einer transnationalen Begriffsgeschichte erklärt das Forschungsprojekt das Aufkommen europafeindlicher Wahrnehmungen und Bilder wie die »Festung Europa«  außerhalb der Grenzen der Europäischen Gemeinschaft. Im Zentrum der Untersuchung stehen euroskeptische Diskurse in den USA, Lateinamerika, Afrika und Asien und deren Rückkopplungseffekte auf die Europäische Gemeinschaftspolitik. Die europäische Außenpolitik kann dadurch auf eine neue Art erforscht werden. Öffentliche Meinungsnetzwerke und deren Transfer in national- und europapolitische Debatten stehen im Mittelpunkt der Untersuchung.

Zentral sind dabei die unterschiedlichen Formen der Verbreitung politischer Ideen und Vorstellungen über »Europa«, etwa über Intellektuellen-und Künstlernetzwerke. Die globale Fragestellung, die vergleichende Begriffsgeschichte und Diskursanalyse ermöglichen neue Erkenntnisse zu den Zusammenhängen zwischen der europäischen Außenpolitik und dem wachsenden euroskeptischen Diskurs außerhalb der Grenzen der Europäischen Gemeinschaften.  Der Blick von außen auf Europa erlaubt ein besseres Verständnis euroskeptischer Diskurse und Netzwerke.

Mithilfe einer transnationalen Begriffsgeschichte erklärt das Forschungsprojekt das Aufkommen europafeindlicher Wahrnehmungen und Bilder wie die ›Festung Europa‹ außerhalb der Grenzen der Europäischen Gemeinschaft.

Fotografie: Carlos Reis, Smash Fortress Europe, Arona, Teneriffa, 8.4.2014.

Eine Pilotstudie im Rahmen der Masterarbeit von Celia Burgdorff konnte nachweisen, dass der Begriff »Festung Europa« gerade am Anfang der zu erforschenden Periode eine starke wirtschaftliche Konnotation besaß und erst später ein Synonym für Migration wurde. Durch den aktuellen Kontext – Flüchtlingskrise und Brexit – erfuhr dieses Thema in der Öffentlichkeit und in der Forschung besonders viel Aufmerksamkeit. Die Studie erkundet die Vorläufer dieser aktuellen Debatten in transnationaler Perspektive. Systematisch analysierte Presseartikel dienen als Quellengrundlage des Projekts.

Die Dissertation wird von Prof. Laurence Badel (Paris 1 Panthéon-Sorbonne) und Prof. Andreas Wirsching (Ludwig-Maximilians-Universität München) betreut.