Veranstaltungen

Dialog und Austausch

10.03.2020

Demokratie wagen!

»Mehr Demokratie wagen«? Transformationen der politischen Partizipation um 1968

  • 20. und 21. Jahrhundert Podiumsdiskussion
  • 19:30 Uhr (10.03.) - 21:30 Uhr (10.03.)
  • Maison Heinrich Heine, Cité internationale universitaire de Paris

»Mehr Demokratie wagen«? Transformationen der politischen Partizipation um 1968

Podiumsdiskussion im Rahmen der Reihe »Oser la démocratie! Participation politique en Allemagne au XXe siècle — Demokratie wagen! Politische Partizipation in Deutschland im 20. Jahrhundert«

Mit Annette Lensing (Universität Caen),  Silke Mende (Centre Marc Bloch, Berlin) und Dieter Rucht (Wissenschaftszentrum Berlin), Moderation: Zoé Kergomard (DHIP), organisiert in Kooperation mit der Maison Heinrich Heine

Der Slogan Willy Brandts »Mehr Demokratie wagen« aus dem Wahlkampf des Jahres 1969 hat in der deutschen Öffentlichkeit einen bleibenden Eindruck hinterlassen und wird häufig wiederverwendet. Wie stand es um die Demokratie in der Bundesrepublik der 1960er- und 1970er-Jahre? Welche neuen Formen der politischen Partizipation entwickelten sich Ende der 1960er-Jahre? Welche Handlungsspielräume eröffneten sich im westdeutschen politischen System vor dem Hintergrund aufkommender Forderungen nach mehr Umweltschutz und Rechten für Minderheiten?

Mit Simultanübersetzung

Informationen und Anmeldung: contact@maison-heinrich-heine.org

Zur Reihe:
Seit dem Jahr 2000 befindet sich in einem der Innenhöfe des Reichstagsgebäudes in Berlin ein Werk des Künstlers Hans Haacke; in großen Buchstaben ist hier zu lesen: »Der Bevölkerung«. Die Formulierung nimmt Bezug auf die Inschrift DEM DEUTSCHEN VOLKE am Giebel des Reichstags. Kaiser Wilhelm II. hatte diese Inschrift zunächst als Symbol der Souveränität des Volkes abgelehnt und ließ sie erst 1916 anbringen. Die Arbeit Haackes löste in der deutschen Öffentlichkeit eine hitzige Debatte aus: Was macht die deutsche Nation aus? An wen richten sich die im Reichstag getroffenen politischen Entscheidungen?

Die Beziehung zwischen Regierenden und Regierten hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts grundlegend verändert, ebenso wie die Vorstellungen von Demokratie und davon, was zur »Politik« gehört. Die demokratische Praxis ging im Übrigen stets über das hinaus, was Institutionen und Verfassungen an politischen Instrumenten vorsahen. Politische Teilhabe geschah und geschieht auch durch soziale Bewegungen, durch zivilgesellschaftliches Engagement oder Kritik am parlamentarischen System.
Unter dem Titel »Demokratie wagen« nimmt die Reihe im Rahmen mehrerer Podiumsdiskussionen den Wandel der Formen politischer Partizipation im Lauf des 20. Jahrhundert in den Blick. Dabei wird es auch um die Erwartungen und Enttäuschungen des deutschen »Volkes« und der deutschen »Bevölkerung« gehen.

Unter der Schirmherrschaft des Botschafters der Bundesrepublik Deutschland in Frankreich