Veranstaltungen

Dialog und Austausch
26.05.2020

Demokratie wagen!

Demokratie und Partizipation nach dem Mauerfall. Erfahrungen, Hoffnungen und Enttäuschungen

  • 20. und 21. Jahrhundert Podiumsdiskussion
  • 18:30 Uhr (26.05.) - 20:30 Uhr (26.05.)
  • DHIP

Demokratie und Partizipation nach dem Mauerfall. Erfahrungen, Hoffnungen und Enttäuschungen

Podiumsdiskussion im Rahmen der Reihe »Oser la démocratie! Participation politique en Allemagne au XXe siècle — Demokratie wagen! Politische Partizipation in Deutschland im 20. Jahrhundert«

Mit Kerstin Brückweh (Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam), Bettina Tüffers (Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Berlin), Anne-Marie Pailhès (Universität Paris Nanterre/Cereg) und Jürgen Finger (DHIP, Moderation)

Der Zeitraum zwischen dem 9. November 1989 und dem 3. Oktober 1990 bot den Bürgern und Bürgerinnen der DDR die Möglichkeit, in einem im Umbruch begriffenen politischen System neue Formen der Teilhabe zu erproben. Die Runden Tische sowie die sozialen Bewegungen dieser Zeit zeugen von dem damals herrschenden institutionellen Vakuum. Welche Erfahrungen machten die zukünftigen Bürger und Bürgerinnen der fünf neuen Bundesländer, welche Erwartungen hatten sie, mit welchen Enttäuschungen mussten sie umgehen?

Mit Simultanübersetzung

Organisiert in Kooperation mit der Maison Heinrich Heine

Informationen und Anmeldung: event@dhi-paris.fr

Zur Reihe:
Seit dem Jahr 2000 befindet sich in einem der Innenhöfe des Reichstagsgebäudes in Berlin ein Werk des Künstlers Hans Haacke; in großen Buchstaben ist hier zu lesen: »Der Bevölkerung«. Die Formulierung nimmt Bezug auf die Inschrift DEM DEUTSCHEN VOLKE am Giebel des Reichstags. Kaiser Wilhelm II. hatte diese Inschrift zunächst als Symbol der Souveränität des Volkes abgelehnt und ließ sie erst 1916 anbringen. Die Arbeit Haackes löste in der deutschen Öffentlichkeit eine hitzige Debatte aus: Was macht die deutsche Nation aus? An wen richten sich die im Reichstag getroffenen politischen Entscheidungen?

Die Beziehung zwischen Regierenden und Regierten hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts grundlegend verändert, ebenso wie die Vorstellungen von Demokratie und davon, was zur »Politik« gehört. Die demokratische Praxis ging im Übrigen stets über das hinaus, was Institutionen und Verfassungen an politischen Instrumenten vorsahen. Politische Teilhabe geschah und geschieht auch durch soziale Bewegungen, durch zivilgesellschaftliches Engagement oder Kritik am parlamentarischen System.
Unter dem Titel »Demokratie wagen« nimmt die Reihe im Rahmen mehrerer Podiumsdiskussionen den Wandel der Formen politischer Partizipation im Lauf des 20. Jahrhundert in den Blick. Dabei wird es auch um die Erwartungen und Enttäuschungen des deutschen »Volkes« und der deutschen »Bevölkerung« gehen.

Unter der Schirmherrschaft des Botschafters der Bundesrepublik Deutschland in Frankreich