DHI RSS https://www.dhi-paris.fr/home/rss.xml de_DE DHI-Paris Fri, 28 Jan 2022 02:24:25 +0100 Fri, 28 Jan 2022 02:24:25 +0100 TYPO3 EXT:news news-7851 Wed, 26 Jan 2022 10:57:04 +0100 Ausschreibung: Forschungsstart-Stipendium https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/ausschreibung-forschungsstart-stipendium.html Französische Kolonialgeschichte in Südasien (Schwerpunkt Frühe Neuzeit) unter besonderer Berücksichtigung ökonomischer Verflechtungen Das Deutsche Historische Institut Paris (DHIP) fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs im Bereich der Geschichtswissenschaften. Es vergibt hierzu Stipendien an fortgeschrittene Master- und Lehramtsstudierende, Promovierende, Post-Doktoranden und Doktorandinnen und Habilitierte für Forschungsvorhaben zur französischen, deutsch-französischen, afrikanischen und zur digitalen Geschichte. Das DHIP unterstützt laufende Forschungsprojekte in ihrer Durchführung (Mobilitätsstipendien, Resident-Stipendien) sowie die Entwicklung neuer Forschungsprojekte (Forschungsstart-Stipendien). Eine Übersicht über unsere Förderungsangebote finden Sie hier.

In Zusammenarbeit mit dem Max Weber-Forum für Südasienstudien Delhi in Indien bereitet das DHIP ein Forschungsprojekt zur französischen Kolonialgeschichte in Südasien vor. Das anvisierte Projekt richtet einen Fokus auf die ökonomischen Verflechtungen zwischen Frankreich und Südasien vor allem in der Frühen Neuzeit. Zur Sondierung des Projektes schreibt das DHIP ein Forschungsstart-Stipendium für Forschende ab der Stufe Master aus. Unter Anleitung von Dr. Christine Zabel (DHIP) sollen während ein bis drei Monaten die Literatur-und Quellenbestände in Paris oder in den entsprechenden Kolonialarchiven sondiert werden. Zugleich kann ein eigenes einschlägiges Forschungsprojekt entwickelt oder vorangebracht werden. Die Höhe des Stipendiums entspricht den Sätzen des DHIP; zusätzlich können Reisegelder für Archivreisen in Frankreich beantragt werden.

Die Stipendien des DHIP richten sich an Bewerberinnen und Bewerber aus der deutschen Wissenschaftslandschaft, unabhängig von ihrer Nationalität. Gute Französischkenntnisse sind Voraussetzung für das Stipendium. Der Beginn des Stipendiums ist flexibel wählbar, er sollte jedoch so ausgesucht werden, dass die Sondierungen noch im Jahr 2022 erfolgen. Eine Bewerbung ist jederzeit möglich.

Die Bewerbung muss folgende Unterlagen enthalten:

  • Ein Kurzexposé des Forschungsprojektes, aus dem Thema und Fragestellung deutlich werden (5000 Zeichen inklusive Leerschläge),
  • einen Zeitplan für das Arbeitsprogramm während der Förderzeit,
  • das gewünschte Antrittsdatum und die beantragte Stipendiendauer.

Dem Antrag sind beizufügen:

  • ein Lebenslauf, aus dem der akademische Werdegang ersichtlich wird,
  • Nachweise über erworbene Sprachkenntnisse,
  • Angaben über die finanzielle Lage des Antragstellers oder der Antragstellerin (laufendes Einkommen, Stipendien etc.) sowie über eventuell bereits gewährte Förderungen anderer Institutionen für das Forschungsprojekt,
  • eine Erklärung, dass kein bezahltes Arbeitsverhältnis für den beantragten Stipendienzeitraum eingegangen wird,
  • gegebenenfalls ein Nachweis über Einkünfte aus anderen Stipendien während des beantragen Förderzeitraums,
  • eine Bescheinigung der letzten akademischen Qualifikation (Studienabschluss oder Transcript of Records),
  • Adressen von zwei Referenzpersonen,
  • der Nachweis der Krankenversicherung für den Aufenthalt in Frankreich.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Dr. Christine Zabel, Leiterin der Abteilung Frühe Neuzeit: czabel@dhi-paris.fr.

Der Antrag auf ein Stipendium ist an die Institutsleitung zu richten. Das Anschreiben und alle Antragsunterlagen sind in einem einzigen PDF-Dokument zu senden an: foerderung@dhi- paris.fr.

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news-7839 Thu, 20 Jan 2022 18:28:05 +0100 Call for Papers: Von Heidelberg nach Versailles https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/call-for-papers-von-heidelberg-nach-versailles.html Elisabeth-Charlotte von der Pfalz, »Liselotte« 1652–1722–2022 Am 8. Dezember 2022 jährt sich zum 300. Mal der Todestag der Elisabeth-Charlotte von der Pfalz (1652–1722), gemeinhin bekannt als »Liselotte« oder – in Frankreich – als »Madame Palatine«. Sie ist noch heute in Deutschland und Frankreich nicht nur geschichts- und literaturwissenschaftlichen Spezialisten der höfischen Kultur der frühen Neuzeit ein Begriff, sondern auch einer breiteren Öffentlichkeit jenseits von Universität und Spezialforschung. Dies verdankt die Tochter eines pfälzischen Kurfürsten und Schwägerin von Ludwig XIV. ihrer Leidenschaft für das Briefeschreiben: Seitdem in der Mitte des 19. Jahrhundert die Mehrzahl ihrer geschätzt 6.000 erhaltenen Briefe publiziert wurden (wenn auch in oft fragmentierten Versionen), wird sie beiderseits des Rheins als zuverlässige »Anekdotenlieferantin« herangezogen.

Besonders in Deutschland wurde Liselotte zur Kronzeugin der deutsch-französischen »Erbfeindschaft« der zweiten Hälfte des 19. und der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Ihr »urdeutsches Wesen« wurde 1891 von Eduard Bodemann der »wüsten Umgebung einer scham- und zuchtlosen Frivolität«, der »sittlichen Zuchtlosigkeit des französischen Hofes« entgegengestellt. In zahlreichen Theaterstücken und populären Biographien wurde dieses Bild in beiden Ländern vertieft. Erst Arlette Lebigre und Dirk van der Cruysse unternahmen 1986 und 1989 den Versuch der Überwindung dieser noch immer wirksamen Klischees. Ihre Porträts leiteten eine kurze Phase der erhöhten Aufmerksamkeit für Elisabeth-Charlotte ein, unterstützt durch die große »Liselotte«-Ausstellung 1996–1997 in Heidelberg. In diesen Jahren formulierte Desiderate der Forschung (u.a. kritische und vollständige Edition ihrer Korrespondenzen) konnten jedoch nicht umgesetzt werden. Dabei bewiesen Studien immer wieder die Reichhaltigkeit ihrer Briefe für Fragestellungen weitab des anekdotischen und der ewigen Betonung ihres »deutschen Wesens«. Erst in den letzten Jahren nahm das Interesse an Liselotte wieder zu, wie Arbeiten zum literarischen Potenzial ihrer Briefe und zur Körpergeschichte verdeutlichen.

Der 300. Todestag der Prinzessin soll zum Anlass genommen werden, sich erneut mit Elisabeth-Charlotte und ihren Briefen auseinander zu setzen, die Diskussion der frühen 1990er Jahre aufzugreifen, ihre Biographie vor dem Hintergrund neuer Forschungen zur höfischen Kultur in Versailles neu zu bewerten, neuere Forschungen zur Körperlichkeit und Rhetorik in den Briefen zu bilanzieren und neue Fragestellungen zu entwickeln.

Geplant ist eine Tagung, die an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in Heidelberg und in Versailles stattfinden wird, den beiden Orten, die das Leben der Herzogin maßgeblich geprägt haben. Ein besonderes Anliegen der Tagung ist, literaturwissenschaftliche und historische Fragestellungen und Perspektiven zusammenzubringen und einen transdisziplinären Austausch anzuregen. Dabei soll auch die von Van der Cruysse angestoßene Revision des Bildes der »deutschen Liselotte« fortgeführt und zugleich einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden. Eines der Ziele der Tagung ist die endgültige Dekonstruktion »klassischer« oder besser »deutschnationaler« Liselotte Bilder. Stattdessen gilt es, in Weiterentwicklung der Bemühungen Dirk Van der Cruysses, Elisabeth-Charlotte in der »Société des Princes« zu verorten.

Um kultur- und ideengeschichtliche, (auto-)biographische und literaturwissenschaftliche Fragestellungen miteinander zu verschränken und so interessante Synergieeffekte zu erzeugen, wird die Tagung in vier thematische Schwerpunkte untergliedert:

Erstens: Etappen der Liselotte-Wahrnehmung im Laufe der Jahrhunderte. In dieser Sektion soll das stereotype Bild Liselottes, das sich durch die fragmentierte Rezeption ihrer Briefe entwickelte, dekonstruiert werden. Themen der Vorträge könnten lauten: Elisabeth-Charlotte in Literatur, Theater und Film. Wie national ist die Wahrnehmung Elisabeth-Charlottes in verschiedenen Medien? Wie unterscheiden sich die Liselotte-Bilder in Frankreich und Deutschland? Haben Ausstellungen zum »nationalen« Liselotte-Bild beigetragen? Möglich sind außerdem Ansätze aus der Editionsphilologie, die die Editionsgeschichte des Briefwerks kritisch beleuchten.

Zweitens: Elisabeth-Charlotte am Hof Ludwigs XIV. und der Régence. In dieser Sektion sollen die Selbstzeugnisse Elisabeth-Charlottes mit anderen historischen Quellen und Beobachtungen ihrer Zeitgenossen konfrontiert werden. Möglich sind auch Beiträge, die die Beziehungen Elisabeth-Charlottes zu anderen Mitgliedern der Familie und des Hofes thematisieren. War sie tatsächlich so isoliert, wie sie immer dargestellt wurde? Welche Rollen und Aufgaben kamen der Schwägerin des Königs zu? Wie kann man vor dem Hintergrund neuerer Forschungen die Geschlechtergeschichte des Hofes und die Ehe zwischen Elisabeth-Charlotte und Philipp von Orléans neu bewerten? Wie veränderte sich Elisabeth-Charlottes Stellung am Hofe während der Régence? Welche Perspektiven ergeben sich aus ihren Briefen auf die Régence? Welchen ideengeschichtlichen Beitrag leisten ihre Briefe zu den Diskursen ihrer Zeit?

Drittens: Lektüren. Ziel der Sektion ist, die Reichhaltigkeit der Briefe Elisabeth-Charlottes für Fragen und Problematisierungen der Kulturgeschichte oder Literaturwissenschaften (um nur zwei Disziplinen zu nennen) aufzuzeigen. Ihre Briefe bieten weitaus mehr als die immer wieder zitierten Anekdoten und skatologischen Derbheiten. Beiträge zu den Poetiken und Strategien der diskursiven Selbstthematisierung sind ebenso erwünscht, wie die Analyse unterschiedlicher rhetorischer Register im Werk Liselottes. Auch rezeptionsästhetische Ansätze, die die Briefe Elisabeth-Charlottes hinsichtlich ihrer zahlreichen Kommentare zu zeitgenössischen Werken untersuchen, sind willkommen. Schlussendlich begrüßen wir editionsphilologische Überlegungen in Hinblick auf eine Gesamtedition der Briefe.

Viertens: »Elisabeth-Charlotte – ›Princesse européenne‹«. In dieser Sektion sollen die verwandtschaftlichen und freundschaftlichen Netzwerke »Madames« thematisiert werden: Im Fokus stehen »Porträts« von Verwandten und Freunden, sowie Elisabeth-Charlottes Ruf als »Brokerin« für den deutschen Adel am französischen Hof. Darüber hinaus soll das Verhältnis zwischen Elisabeth-Charlotte und der Pfalz-Simmerschen Dynastie untersucht werden. Aus literaturwissenschaftlicher Perspektive stellt sich hier die Frage, inwiefern Liselotte durch ihren oftmals pikanten Stil und ihre provokante Themenwahl entscheidend an der Kreation und Verfestigung nationaler Stereotype mitwirkt.

Willkommen sind Beiträge aus allen historisch arbeitenden Kulturwissenschaften und verwandten Fächern, gerne mit interdisziplinären Ansätzen. Vorschläge (Abstract von ca. 1 Seite, kurzer akademischer CV) sind in deutscher, französischer oder englischer Sprache bis zum 15. Februar 2022 an Sven Externbrink (sven.externbrink@zegk.uni-heidelberg.de) zu richten. Rückmeldungen erfolgen im März 2022.

Termin: 7.–10. November 2022
Ort: Schloss Heidelberg/Versailles, Centre de Recherche du Château de Versailles
Veranstalter: Historisches Seminar, Ruprecht-Karls Universität Heidelberg, in Kooperation mit dem Deutschen Historischen Institut Paris, dem Centre de Recherche du Château de Versailles und Staatlichen Schlösser und Gärten, Baden-Württemberg.

Comité Scientifique:
Matthieu Da Vinha, Centre de Recherche du Château de Versailles
Sven Externbrink, Universität Heidelberg
Thomas Maissen, DHI Paris
Niels May, DHI Paris
Sophia Mehrbrey, Universität des Saarlandes

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news-7826 Mon, 17 Jan 2022 10:35:46 +0100 Ausschreibung: Deutsch-französischer Geschichtspreis für Master Abschlussarbeiten https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/ausschreibung-deutsch-franzoesischer-geschichtspreis-fuer-master-abschlussarbeiten-4.html Das Deutsche Historische Institut Paris (DHIP) verleiht 2022 zum achten Mal den deutsch-französischen Geschichtspreis für Master-Abschlussarbeiten Das Deutsche Historische Institut Paris verleiht 2022 zum achten Mal den deutsch-französischen Geschichtspreis für Master-Abschlussarbeiten. Eingereicht werden können Arbeiten, die im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 an einer Hochschule in Deutschland oder Frankreich als Master-Abschlussarbeit (oder Äquivalent, z. B. Zulassungsarbeit zum Staatsexamen) in den Geschichtswissenschaften oder einer historisch arbeitenden Disziplin verteidigt und mit einer Note von »gut« bis »sehr gut« (in Frankreich 14/20 und besser) bewertet worden sind. Der Untersuchungsgegenstand soll bei einer Einreichung an einer deutschen Hochschule der französischen Geschichte, hingegen bei einer Einreichung an einer französischen Hochschule der deutschen Geschichte entnommen sein oder für beide Fälle der deutsch-französischen Geschichte angehören. Der Untersuchungszeitraum kann von der Spätantike bis in die jüngste Zeitgeschichte reichen.

Bewerbungsfrist: 27. Februar 2022

Der deutsch-französische Geschichtspreis für Master-Abschlussarbeiten ist mit 500 € dotiert. Der Preisträger oder die Preisträgerin wird nach Paris zur Preisverleihung eingeladen. Reise- und Übernachtungskosten werden erstattet. Nach einer positiven externen Begutachtung können wesentliche Aspekte der Preisschrift als wissenschaftlicher Aufsatz in der Zeitschrift des Deutschen Historischen Instituts Paris (DHIP) »Francia. Forschungen zur westeuropäischen Geschichte« veröffentlicht werden.

Eine Kommission aus Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen des DHIP sowie Hochschullehrern und Hochschullehrerinnen wählt unter den eingegangenen Bewerbungen den Preisträger oder die Preisträgerin aus. Ein Rechtsanspruch auf die Verleihung des Preises besteht nicht.

Für die Teilnahme am Wettbewerb senden Sie bitte per E-Mail Ihre Abschlussarbeit zusammen mit dem Gutachten des Betreuers oder der Betreuerin der Arbeit, einer zweiseitigen Zusammenfassung auf Französisch bzw. Deutsch (jeweils in der Sprache, in der die Arbeit nicht verfasst wurde), einem Bewerbungsschreiben und einem tabellarischen Lebenslauf in einem einzigen PDF-Dokument an: geschichtspreis@dhi-paris.fr.

Mehr Informationen
Ausschreibung (PDF)

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news-7823 Thu, 13 Jan 2022 11:42:48 +0100 Ausschreibung: Digitalisierungsstipendium https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/ausschreibung-digitalisierungsstipendium.html Förderprogramm zur Digitalisierung von Archiv- und Bibliotheksbeständen Das Programm sieht die Beratung beim Zugriff auf Ressourcen und die Finanzierung der Digitalisierung französischer Archiv- und Bibliotheksbestände vor, die für laufende Forschungsarbeiten benötigt werden und noch nicht digitalisiert sind. Die Digitalisate sollen angesichts der pandemiebedingt eingeschränkten Recherchemöglichkeiten gewährleisten, dass quellenbasierte geschichtswissenschaftliche Forschung weitergeführt werden kann.

Das DHIP trägt die Kosten für die Digitalisierung von Archiv- und Bibliotheksbeständen in Frankreich in einer Höhe bis zu 4 000 Euro. Die Bestellung der Digitalisate erfolgt nach einer vorherigen Beratung über die Bibliothek des DHIP. Darüber hinaus kann das DHIP zur Sichtung der Archiv- und Bibliotheksbestände einen kurzen Frankreich-Aufenthalt mit bis zu 1 000 Euro unterstützen.

Bewerbungen sind ganzjährig möglich.

› Zur Ausschreibung

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news-7817 Tue, 11 Jan 2022 10:29:36 +0100 Jeudi Vortrag - diese Woche nur ONLINE https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/jeudi-vortrag-diese-woche-nur-online.html Nikolas Jaspert (Heidelberg), Solidargemeinschaften in der Fremde: Die Bruderschaften der Deutschen im spätmittelalterlichen Westeuropa Aufgrund der sanitären Lage, findet der Vortrag »Solidargemeinschaften in der Fremde: Die Bruderschaften der Deutschen im spätmittelalterlichen Westeuropa« von Nicolas Jaspert (Heidelberg), am 13. Januar 2022 ausschließlich online statt!

Für eine Online Teilnahme können Sie sich über Zoom anmelden.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an event@dhi-paris.fr.

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news-7791 Thu, 06 Jan 2022 10:16:00 +0100 Soeben erschienen! https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/soeben-erschienen-44.html Pariser Historische Studien, Band 123 Der Band 123 der Pariser Historische Studien ist soeben erschienen. Er ist im sofortigen Open Access auf der Webseite von Heidelberg University Publishing abrufbar. Die Bestellung der Printversion ist über den Buchhandel möglich.

Djro Bilestone R. Kouamenan, Le roi, son favori et les barons. Légitimation et délégitimation du pouvoir royal en Angleterre et en France aux XIVe et XVe siècles, Heidelberg (heiUP), 2021.

Die politische Rolle des Favoriten und die Art seiner Beziehung zum König sind in der Forschung oft nicht klar gesehen worden, da in den Diskursen des frühen und späten Mittelalters die besondere Nähe zum Herrscher regelmäßig in der Sprache der Liebe und in Gesten der körperlichen Nähe und Intimität zum Ausdruck kam. So entstand der Eindruck, dass der König aus homosexueller Neigung seinem Günstling übermäßigen Einfluss gewährte – auf Kosten der Barone, die ebenfalls einen Anteil an der Macht beanspruchten.

In dieser Studie wird die Figur des Favoriten neu betrachtet und in ihrer Bedeutung über den Einzelfall hinaus verständlich gemacht. Sie setzt den Vorwurf sexuellen Fehlverhaltens als politisches Argument in Bezug zur Entwicklung der Vorstellung von Königtum und Herrschaft und eröffnet so neue Perspektiven einer Kulturgeschichte des Politischen im Spätmittelalter.

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news-7789 Thu, 06 Jan 2022 10:10:43 +0100 Soeben erschienen! https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/soeben-erschienen-43.html Pariser Historische Studien, Band 122 Der Band 122 der Pariser Historische Studien ist soeben erschienen. Er ist im sofortigen Open Access auf der Webseite von Heidelberg University Publishing abrufbar. Die Bestellung der Printversion ist über den Buchhandel möglich.

Isabelle Deflers, Von Preußen lernen? Die preußische Monarchie im Spiegel französischer Reformdiskurse am Ende des Ancien Régime, Heidelberg (heiUP), 2021.

Der Siebenjährige Krieg war eine Katastrophe für das Ansehen Frankreichs. Um den Vorrang der französischen Monarchie im internationalen Staatensystem wiederherzustellen und das Land vor dem Bankrott zu retten, setzte eine intensive Diskussion über Reformideen ein. Die Selbstinszenierung Friedrichs II. weckte in der französischen Öffentlichkeit ein besonders lebhaftes Interesse für Preußen. Aber inwiefern konnte der als erfolgreich wahrgenommene preußische Staat als Modell in dieser Reformdebatte wirken? Die Studie zeigt, über welche Wege und Träger und mit welchen Mitteln in den letzten Jahrzehnten des Ancien Régime der Wissenstransfer von Preußen nach Frankreich stattfand. Die Grenzen dieses Wissenstransfers werden ebenso dargelegt wie die Funktion, die der Verweis auf Preußen innerhalb selbstreferenzieller Diskussionen um die »Regeneration« der französischen Monarchie tatsächlich eingenommen hat.

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news-7787 Wed, 05 Jan 2022 15:37:00 +0100 Personalia https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/personalia-40.html Neue Verwaltungsleitung am DHIP Das DHIP hat mit Frédérik Stiefenhofer seit dem 1. Dezember einen neuen Verwaltungsleiter. Er hat unter anderem in Paris, Berlin und Straßburg European Governance and Administration sowie Kommunikation und Medienwissenschaften studiert. Nach einem beruflichen Einstieg bei news aktuell als Koordinator der Öffentlichkeitsarbeit, arbeitete er von 2009 bis 2016 als Audience & Research Manager bei Arte. Zuletzt war er von 2016 bis 2021 als Deutscher Delegierter und Verwaltungsleiter der deutsch-französischen Agentur für den Austausch in der beruflichen Bildung ProTandem tätig.

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news-7781 Mon, 03 Jan 2022 12:31:27 +0100 Soeben erschienen! https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/soeben-erschienen-42.html Francia-Recensio 2021/4 Die aktuelle Ausgabe von »Francia-Recensio« enthält 58 Rezensionen aus den Bereichen Mittelalter, Frühe Neuzeit und Neuere und neueste Geschichte.

Alle Rezensionen sind mit einer DOI versehen, die für jeden einzelnen Text als verbindlicher und permanenter Zitationsnachweis gilt.

Ältere Ausgaben bis »Francia-Recensio 2017/2« sind auf der Publikationsplattform perspectivia.net zugänglich.

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news-7779 Mon, 03 Jan 2022 12:13:53 +0100 Soeben erschienen! https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/soeben-erschienen-41.html Jahresbericht 2020/2021 des DHIP Der Jahresbericht des DHIP informiert über die Aktivitäten und Projekte der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Fokus-Berichte widmen sich in diesem Jahr der kritischen französischen Ausgabe von »Mein Kampf«, veröffentlicht unter dem Titel »Historiciser le mal«, sowie dem Maria Sibylla Merian Institute for Advanced Studies in Africa in Accra, das für eine nachhaltige Stärkung deutsch-afrikanischer Wissenschaftskooperationen in den Sozial- und Geisteswissenschaften eintritt.

Den aktuellen Jahresbericht des DHIP zum Universitätsjahr 2020/2021 finden Sie nun auf unserer Website.

› Zum Jahresbericht 2020/2021

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news-7771 Wed, 15 Dec 2021 14:24:56 +0100 Neuer Vorsitz des wissenschaftlichen Beirats https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/neuer-vorsitz-des-wissenschaftlichen-beirats.html Andreas Eckert wurde zum neuen Vorsitzenden des wissenschaftlichen Beirats gewählt Der Wissenschaftliche Beirat des DHIP hat auf seiner letzten Sitzung Andreas Eckert zum neuen Vorsitzenden in der Nachfolge von Harald Müller gewählt. Neue stellvertretende Vorsitzende ist Claudine Moulin. Der wissenschaftliche Beirat des DHIP hat neun deutsche und französische Mitglieder aus allen Epochen. Er unterstützt und berät das DHIP in seiner Arbeit und tagt mindestens einmal jährlich.

› Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats

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news-7758 Tue, 07 Dec 2021 16:52:46 +0100 Direktor/in des Deutschen Historischen Instituts Paris https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/direktorin-des-deutschen-historischen-instituts-paris.html Die Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland sucht für die Leitung ihres Deutschen Historischen Instituts Paris zum 1. September 2023 eine/n neue/n Direktorin/Direktor. Die Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland sucht für die Leitung ihres Deutschen Historischen Instituts Paris (DHIP) zum 1. September 2023 eine/n neue/n Direktorin/Direktor.

Die Aufgaben des Instituts bestehen in der wissenschaftlichen Erforschung der mittelalterlichen und neueren Geschichte Frankreichs und der deutsch-französischen Beziehungen in europäischen und globalen Zusammenhängen. In den letzten Jahren haben sich zudem Schwerpunkte in den Digital Humanities und in der Geschichte Afrikas herausgebildet. Das Institut pflegt enge Kontakte zur französischen Geschichtswissenschaft, führt entsprechende wissenschaftliche Veranstaltungen durch und publiziert Forschungsergebnisse.

Der Direktor/die Direktorin ist für die wissenschaftliche Arbeit und die Verwaltung des Instituts verantwortlich. Er/sie konzipiert und leitet die Forschungsvorhaben des Instituts und die sonstigen zur Erfüllung der Aufgaben erforderlichen Maßnahmen. Er/sie vertritt das Institut nach außen und pflegt die Kontakte zu wissenschaftlichen Einrichtungen im Gastland.

Die Amtszeit beträgt fünf Jahre. Einmalige Wiederbestellung ist möglich. Die Position wird bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen analog Besoldungsgruppe W 3 BBesG zzgl. Auslandsbezüge vergütet.

Voraussetzungen für die Bewerbung sind:

  • hohe, durch Habilitation oder vergleichbare Leistungen nachgewiesene, wissenschaftliche Qualifikation im Aufgabenbereich des Instituts;
  • ausgewiesene Organisations- und Führungskompetenz, hohe Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit;
  • Vertrautheit mit der deutschen und französischen Wissenschaftslandschaft sowie mit den politischen und kulturellen Rahmenbedingungen im Gastland;
  • sehr gute Kenntnisse der deutschen, französischen und englischen Sprache;
  • Erfahrungen in der Wissenschaftsadministration sowie in der Einwerbung und Leitung von drittmittelfinanzierten Forschungsprojekten sind erwünscht.

Die Max Weber Stiftung strebt die Erhöhung des Anteils von Frauen in Leitungsfunktionen an und fordert deshalb qualifizierte Frauen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Frauen werden nach Maßgabe des Bundesgleichstellungsgesetzes bei gleicher Qualifikation vorrangig berücksichtigt. Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen (Lebenslauf, Schriftenverzeichnis mit Kennzeichnung drei besonders aussagekräftiger Publikationen, davon mind. eine Monographie) sowie eine ca. fünfseitige Darstellung der anvisierten Institutskonzeption sind per Email als eine pdf-Datei bis zum 15.1.2022 zu richten an: Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland, z. Hd. des Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beirats des DHI Paris, bewerbung@maxweberstiftung.de.

> Zur Ausschreibung: https://www.maxweberstiftung.de/aktuelles/einzelansicht-startseite/detail/News/ausschreibung-direktor-dhip.html

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news-7730 Fri, 19 Nov 2021 12:14:27 +0100 Ausschreibung: Mobilitätsstipendien https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/ausschreibung-mobilitaetsstipendien.html Unterstützung laufender Forschungsprojekte in ihrer Durchführung Mit Mobilitätsstipendien fördert das Deutsche Historische Institut Paris Forschungsprojekte, die aufgrund der Quellen- oder Literaturlage einen Forschungsaufenthalt in Frankreich erfordern. Der Arbeitsort während der Förderung richtet sich nach den Erfordernissen des Forschungsprojekts.

Mobilitätsstipendien werden für eine Dauer von bis zu drei Monaten vergeben. Sie können einmalig um bis zu drei Monate verlängert werden.

Bewerbungen sind ganzjährig möglich.

› Zur Ausschreibung

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news-7728 Fri, 19 Nov 2021 11:39:10 +0100 Ausschreibung: Karl-Ferdinand-Werner-Fellowship https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/ausschreibung-karl-ferdinand-werner-fellowship.html Förderung kurzer Forschungsaufenthalte von Historikerinnen und Historikern am Wissenschaftsstandort Paris Das DHIP vergibt zweimal jährlich die Karl-Ferdinand-Werner-Fellowship, die Forschungsaufenthalte von Historikerinnen und Historikern am Wissenschaftsstandort Paris fördert. Vertreterinnen und Vertreter historisch arbeitender Nachbarwissenschaften, deren Forschungsanliegen interdisziplinär ausgerichtet und für die Arbeitsfelder des DHIP relevant sind, können sich ebenfalls bewerben. Die Dauer der Aufenthalte beträgt zwischen einer und vier Wochen.

Die Fellows wohnen im Institutsgebäude und erhalten Anbindung an die Instituts- und Bibliotheksinfrastruktur.

Nächster Bewerbungsschluss: 15. Februar 2022

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news-7726 Thu, 18 Nov 2021 16:52:11 +0100 Soeben erschienen! https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/soeben-erschienen-40.html Pariser Historische Studien, Band 121 Der Band 121 der Pariser Historische Studien ist soeben erschienen. Er ist im sofortigen Open Access auf der Website von Heidelberg University Publishing abrufbar. Die Bestellung der Printversion ist über den Buchhandel möglich.

BAND 121
Stephan Nicolussi-Köhler, Marseille, Montpellier und das Mittelmeer. Die Entstehung des südfranzösischen Fernhandels im 12. und 13. Jahrhundert, Heidelberg (heiUP) 2021.

Wie hat die Vernetzung lokaler südfranzösischer Kaufleute zum kommerziellen Aufschwung der Städte Marseille und Montpellier im 12. und 13. Jahrhundert beigetragen? Wie hat das Binnenland durch die Bereitstellung von Waren, Kapital und Menschen den expandierenden Mittelmeerhandel der größeren Küstenstädte ermöglicht? Der Ursprung des Fernhandels wird in dieser Studie nicht nur mit der Errichtung der Kreuzfahrerherrschaften im Osten erklärt, sondern direkt an seiner Wurzel erforscht, nämlich an den lokalen Handelskreisläufen im Hinterland der Hafenstädte. In mikrohistorischen Untersuchungen zu bestimmten Kaufmannsfamilien, Handelsschiffen und Handelsprivilegierungen werden bisher unbekannte Verbindungen zwischen den verschiedenen wirtschaftlichen Akteuren zum Vorschein gebracht und so neue Sichtweisen auf die Entwicklung des südfranzösischen Fernhandels im Mittelalter eröffnet.

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news-7724 Thu, 18 Nov 2021 09:52:41 +0100 Relaunch der Datenbank »Die Korrespondenz der Constance de Salm (1767–1845)« https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/relaunch-der-datenbank-die-korrespondenz-der-constance-de-salm-1767-1845.html Rund 11.000 Digitalisate, jetzt online und ohne Anmeldung zugänglich Die französische Schriftstellerin Constance de Salm war zu Lebzeiten nicht nur für ihren Pariser Salon berühmt, sie korrespondierte auch mit europäischen Gelehrten, Dichtern, Künstlern, Journalisten und Mitgliedern der Adelshäuser. Die rund 11.000 Briefe umfassende Korrespondenz ist 2010–2015 am DHIP digitalisiert, erschlossen und online veröffentlicht worden. In der nun erfolgten Überarbeitung der Datenbank wurde die Erschließung zum einen mit Normdaten angereichert und anschließend in einer offenen Lizenz zitierfähig im Repository Zenodo publiziert. Zum anderen wurde die Weboberfläche an aktuelle Konsultations- und Zugänglichkeitsstandards angepasst. Die Datenbank ist jetzt ohne Anmeldung zugänglich, die Digitalisate sind ohne Wasserzeichen in einem funktional erweiterten Reader aufrufbar. Außerdem steht zusätzlich zur deutschen auch eine französische Benutzeroberfläche zur Verfügung.

› Zur Datenbank

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news-7686 Fri, 29 Oct 2021 14:25:24 +0200 Personalia https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/personalia-38.html Neuer Mitarbeiter in der Abteilung Afrika Seit dem 1. Oktober ist Robert Heinze als wissenschaftlicher Mitarbeiter am DHIP in der Abteilung Afrika tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Zeitgeschichte Afrikas, Mediengeschichte (insbes. Radio) und Technik- und Infrastrukturgeschichte. In seinem aktuellen Forschungsprojekt untersucht er die Herausbildung und historische Entwicklung des Personennahverkehrs in afrikanischen Städten. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der sogenannten »informellen Ökonomie«. Diese betrifft die weitgehend unregulierten Kleinund Kleinstunternehmen, die alltäglich den Großteil der Stadtbevölkerung transportieren.

› Zur persönlichen Seite von Robert Heinze

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news-7671 Wed, 27 Oct 2021 16:56:02 +0200 Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in für die Abteilung Neuere und Neueste Geschichte https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/wissenschaftlicher-mitarbeiterin-fuer-die-abteilung-neuere-und-neueste-geschichte.html Das Deutsche Historische Institut Paris, ein Forschungsinstitut der öffentlich-rechtlichen Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland, sucht zum 1. März 2022 oder nach Vereinbarung eine/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in (TVöD 13) für die Abteilung Neuere und Neueste Geschichte (19.-21. Jahrhundert) Das Deutsche Historische Institut Paris (DHIP) ist ein Forschungsinstitut der öffentlich-rechtlichen Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland. Wir arbeiten unter den drei Leitbegriffen »Forschen – Vermitteln – Qualifizieren« auf dem Gebiet der französischen, deutsch-französischen und westeuropäischen Geschichte von der Spätantike bis zur Gegenwart und nehmen eine Vermittlerrolle zwischen Deutschland und Frankreich ein. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind die Digitale Geschichtswissenschaft und die Geschichte Afrikas.

Zum 1. März 2022 oder nach Vereinbarung suchen wir eine/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in (TVöD 13) für unsere Abteilung Neuere und Neueste Geschichte (19.–21. Jahrhundert). Es handelt sich um eine befristete Qualifikationsstelle (3+2 Jahre), welche die Konzeption und Durchführung eines Forschungsprojekts (Habilitation, second book) aus dem Arbeitsgebiet des DHIP erlaubt. Wir erwarten von dem/der künftigen Stelleninhaber/in Expertise in der jüngsten Zeitgeschichte (nach 1945), die durch die Promotion oder das neue Forschungsprojekt nachzuweisen ist.

Die Aufgaben umfassen:

  • Durchführung des eigenen Forschungsprojekts,
  • aktive Mitarbeit in der Abteilung Neuere und Neueste Geschichte: Organisation von Veranstaltungen, gutachterliche Tätigkeit, Mitbetreuung von Stipendiaten/innen und Bibliothek etc.,
  • aktive Mitarbeit in den Redaktionen der hauseigenen Veröffentlichungen,
  • Ansprechpartner/in für Kooperationen und Anfragen aus Frankreich und Deutschland, vor allem für die Zeit nach 1945,
  • Engagement in den haus- und stiftungsweiten Gremien und Arbeitsgruppen.

Wir erwarten:

  • einen ausgearbeiteten Entwurf für ein innovatives Forschungsprojekt, das zum oben genannten Stellenprofil passt,
  • eine abgeschlossene geschichtswissenschaftliche Promotion,
  • ein sehr gutes Sprachniveau in Deutsch bzw. Französisch und gute Kenntnisse der jeweils anderen Sprache.

Wir bieten:

  • große eigene Gestaltungsspielräume zur Entwicklung eines internationalen wissenschaftlichen Profils durch Veranstaltungen, Kooperationen mit Partnerinstitutionen etc.,
  • die Mitarbeit in einem dynamischen Team,
  • eine abwechslungsreiche Tätigkeit im Herzen von Paris,
  • Kostenübernahme für die Vertiefung von relevanten Sprachkenntnissen,
  • bei Vorliegen der Voraussetzungen eine Vergütung nach TVöD 13 (Bund) zuzüglich einer zur Deckung der hohen Lebenshaltungskosten in Paris angemessenen Auslandszulage und Mietbeihilfe (Entsendung); wenn die Voraussetzungen nicht vorliegen, eine vergleichbare Vergütung auf Grundlage des lokalen Gehaltsschemas der Deutschen Botschaft Paris,
  • eine Anstellung in einer öffentlichen Einrichtung, die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird.

Bewerbungsfrist: 9. Januar 2022

Mehr Informationen in der Ausschreibung

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news-7670 Wed, 27 Oct 2021 16:30:33 +0200 Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in für die Abteilung Digitale Geschichtswissenschaft https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/wissenschaftlicher-mitarbeiterin-fuer-die-abteilung-digitale-geschichtswissenschaft.html Das Deutsche Historische Institut Paris (DHIP), Forschungsinstitut der öffentlich-rechtlichen Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland (MWS), sucht zum 1. März 2022 oder nach Vereinbarung eine/n Mitarbeiter/in für unsere Abteilung Digitale Geschichtswissenschaft Das Deutsche Historische Institut Paris (DHIP) ist ein Forschungsinstitut der öffentlich-rechtlichen Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland. Wir arbeiten unter den drei Leitbegriffen »Forschen – Vermitteln – Qualifizieren« auf dem Gebiet der französischen, deutsch-französischen und westeuropäischen Geschichte von der Spätantike bis zur Gegenwart und nehmen eine Vermittlerrolle zwischen Deutschland und Frankreich ein. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind die Digitale Geschichtswissenschaft und die Geschichte Afrikas.

Zum 1. März 2022 oder nach Vereinbarung suchen wir eine/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in (TVöD 13) für unsere Abteilung Digitale Geschichtswissenschaft. Es handelt sich um eine befristete Qualifikationsstelle (3+2 Jahre), welche die Konzeption und Durchführung eines Forschungsprojekts (Habilitation, second book) in den Forschungsbereichen des DHIP erlaubt.

Die Aufgaben umfassen:

  • Durchführung des eigenen Forschungsprojekts, das entweder systematisch Verfahren und Methoden der digitalen Geschichte anwendet oder diese selbst zum Erkenntnisgegenstand hat,
  • aktive Mitarbeit in der Abteilung Digitale Geschichtswissenschaft: Organisation von Veranstaltungen, Durchführung von Schulungen, Unterstützung der Forschenden des DHIP bei der Anwendung digitaler Werkzeuge und Verfahren,
  • Engagement in den haus- und stiftungsweiten Gremien und Arbeitsgruppen.

Wir erwarten:

  • einen ausgearbeiteten Entwurf für ein innovatives Forschungsprojekt, das zum oben genannten Stellenprofil passt,
  • eine abgeschlossene Promotion in Geschichte oder in einem benachbarten Fach,
  • nachgewiesene Erfahrung und/oder Forschungstätigkeit im Bereich der digitalen Geschichte,
  • nachgewiesene Informatikkompetenzen sowie Erfahrungen in der Modellierung und Visualisierung geisteswissenschaftlicher Forschung,
  • ein sehr gutes Sprachniveau in Deutsch bzw. Französisch und gute Kenntnisse der jeweils anderen Sprache.

Wir bieten:

  • große eigene Gestaltungsspielräume zur Entwicklung eines internationalen wissenschaftlichen Profils durch Veranstaltungen, Kooperationen mit Partnerinstitutionen etc.,
  • die Mitarbeit in einem dynamischen Team,
  • eine abwechslungsreiche Tätigkeit im Herzen von Paris,
  • Kostenübernahme für die Vertiefung von relevanten Sprachkenntnissen,
  • bei Vorliegen der Voraussetzungen eine Vergütung nach TVöD 13 (Bund) zuzüglich einer zur Deckung der hohen Lebenshaltungskosten in Paris angemessenen Auslandszulage und Mietbeihilfe (Entsendung); wenn die Voraussetzungen nicht vorliegen, eine vergleichbare Vergütung auf Grundlage des lokalen Gehaltsschemas der Deutschen Botschaft Paris,
  • eine Anstellung in einer öffentlichen Einrichtung, die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird.

Berwerbungsfrist: 9. Januar 2022

Weitere Informationen in der Ausschreibung

 

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news-7640 Thu, 14 Oct 2021 11:49:05 +0200 Mitarbeiter/in für die Redaktion des Onlinejournals »Francia-Recensio« https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/mitarbeiterin-fuer-die-redaktion-des-onlinejournals-francia-recensio.html Das Deutsche Historische Institut Paris (DHIP), Forschungsinstitut der öffentlich-rechtlichen Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland (MWS), sucht zum 1. Januar oder nach Vereinbarung eine/n Mitarbeiter/in für die Redaktion des Onlinejournals »Francia-Recensio« (100% Stellenumfang, 37 Wochenstunden) Das Deutsche Historische Institut Paris (DHIP) ist ein Forschungsinstitut der öffentlich-rechtlichen Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland (MWS). Wir arbeiten unter den drei Leitbegriffen »Forschen – Vermitteln – Qualifizieren« auf dem Gebiet der französischen, deutsch-französischen und westeuropäischen Geschichte von der Spätantike bis zur Gegenwart und nehmen eine Vermittlerrolle zwischen Deutschland und Frankreich ein. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind die Digitale Geschichtswissenschaft und die Geschichte Afrikas.

Zum 1. Januar 2022 oder nach Vereinbarung suchen wir einen Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin für die Redaktion des Onlinejournals »Francia-Recensio« (100% Stellenumfang, 37 Wochenstunden).

Die Aufgaben umfassen:

  • Vorbereitung von vier Onlineausgaben pro Jahr (ca. 100 Rezensionen/Ausgabe) in enger Zusammenarbeit mit den Redakteuren

    • Zusammenstellung der vierteljährlich erscheinenden Ausgaben,
    • Layout und dreisprachige Korrektur (deutsch, französisch, englisch),
    • Begleitung des Korrekturrücklaufs in Zusammenarbeit mit perspectivia.net, der digitalen Plattform der MWS,

  • Rezensionsverwaltung

    • Erfassung, Bestellung, Angebot und Versand von Rezensionsexemplaren,
    • Nachhalten der Rezensionseingänge,

  • dreisprachige Korrespondenz mit den Rezensentinnen und Rezensenten sowie den Verlagen,
  • Anlegen und Aktualisierung der Adressen von Rezensentinnen und Rezensenten sowie Verlagen in CRM-Software.

Ihr Profil umfasst:

  • sehr gute schriftliche und mündliche Ausdrucksfähigkeit im Deutschen, Französischen und Englischen (jeweils mindestens C1),
  • Interesse an geschichtswissenschaftlichen Themen,
  • erste Berufserfahrungen im Bereich der redaktionellen Tätigkeit, insb. der Textkorrektur, vorzugsweise im wissenschaftlichen Kontext,
  • Freude an selbstständiger Arbeit, Koordination und Kommunikation in einem internationalen Umfeld,
  • Teamgeist, Flexibilität und Einsatzbereitschaft.

Wir bieten:

  • eine abwechslungsreiche Tätigkeit im Herzen von Paris,
  • teamorientiertes Arbeiten in einem kollegialen Umfeld,
  • eine Bezahlung nach dem Vergütungsschema der Deutschen Botschaft Paris für französische Arbeitsverträge (»lokal Beschäftigte«), bei entsprechender Voraussetzung in der Entgeltgruppe M4 (brutto ab 3.174 Euro monatlich, unter Anwendung des deutsch-französischen Doppelbesteuerungsabkommens: bei nichtfranzösischer Staatsangehörigkeit Besteuerung in Deutschland);
  • Zusatzleistungen des Arbeitgebers: Kranken- und Arbeitsunfähigkeitsversicherung, Restaurantschecks, die Möglichkeit regelmäßiger Fortbildungen im Arbeitsbereich,
  • eine unbefristete Stelle in einer öffentlichen Einrichtung, die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird.

Berwerbungsfrist: 14. November 2021

Weitere Informationen in der Ausschreibung

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news-7635 Wed, 13 Oct 2021 11:00:22 +0200 Soeben erschienen! https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/soeben-erschienen-39.html Francia-Recensio 2021/3 Die aktuelle Ausgabe von »Francia-Recensio« enthält 77 Rezensionen aus den Bereichen Mittelalter, Frühe Neuzeit und Neueste Geschichte. Alle Rezensionen sind mit einer DOI versehen, die für jeden einzelnen Text als verbindlicher und permanenter Zitationsnachweis gilt. Ältere Ausgaben bis »Francia-Recensio 2017/3« sind auf der Publikationsplattform perspectivia.net zugänglich.

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news-7597 Wed, 08 Sep 2021 12:23:00 +0200 Ausschreibung: Datathon https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/ausschreibung-datathon.html vom Deutschen Historischen Institut und Deutschen Forum für Kunstgeschichte Paris vom 24. bis 26. November 2021 Das Deutsche Historische Institut Paris (DHIP) und das Deutsche Forum für Kunstgeschichte (DFK Paris) in Paris sind zwei Einrichtungen der Max Weber Stiftung – Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beider Institute führen an den Standorten selbstständig innovative Forschungsprojekte durch, häufig mit digitalen Anteilen, bei denen als Ergebnis kritische digitale Editionen, Datensammlungen, Karten, Datenbanken oder weitere Online-Publikationen stehen. Einige der Forschungsprojekte stehen in einer langen Tradition an beiden Häusern und setzten bisweilen schon sehr früh digitale Methoden ein.

Am Deutschen Historischen Institut gehören dazu insbesondere die Projekte »Prosopographia Burgundica«, ein Internetportal zum Hof von Burgund im 15. Jahrhundert, das u. a. eine Datenbank der Angehörigen des Hofes enthält, oder auch das »Adressbuch der Deutschen in Paris von 1854«, das in einem Forschungsprojekt über deutsche Einwanderer in Paris im 19. Jahrhundert eine Rolle spielte, und für dessen Relaunch erst kürzlich eine Kooperation mit dem Institut für Digital Humanities in Köln geschlossen wurde. Auch das Projekt der Erschließung und Digitalisierung der Korrespondenz der französischen Schriftstellerin Constance de Salm (1767–1845) hat erst kürzlich von einem Relaunch profitiert, mit dem Zugang und Nutzung der Datenbank vereinfacht wurde.

Das Forum für Kunstgeschichte erarbeitete die Online-Publikation des bedeutenden Briefwechsels zwischen dem Franzosen Henri Fantin-Latour und dem Deutschen Otto Scholderer, der sich von 1858 bis 1902 erstreckt und ein wichtiges Dokument im Hinblick auf den deutsch-französischen Dialog zweier Künstler im turbulenten 19. Jahrhundert darstellt. Ebenso wurden Materialien und Forschungsdaten aus dem Projekt »Deutsch-französische Kunstvermittlung« in drei Datenbanken publiziert, u. a. mit Texten zur Kunst, die zwischen 1870 und 1960 in deutschen und französischen Zeitschriften veröffentlicht wurden und zum großen Teil nur wenig bekannt sind.

Beide Institute unterstützen den Open Access-Gedanken für ihre Veröffentlichungen und setzen sich für eine Publikation von Forschungsdaten nach den FAIR-Prinzipien ein, die u.a. einen freien Zugang darauf sowie die erneute Nutzung ermöglichen.

Vor diesem Hintergrund laden das DHIP und das DFK Paris vom 24. bis zum 26. November zu einem Datathon nach Paris ein, bei dem der kreative Umgang mit den Forschungsdaten aus beiden Einrichtungen im Mittelpunkt steht. Das Ziel dabei ist, diese Daten unter Anleitung von Expertinnen und Experten mithilfe von computergestützten oder (halb)automatischen Methoden sowie den reichhaltigen Beständen deutscher und französischer Gedächtnisinstitutionen anzureichern und neu zu interpretieren, dabei bestehende Hypothesen zu testen oder neue zu erproben.

Die Veranstaltung ist als Präsenzveranstaltung geplant, sofern die Situation es zulässt. Die Workshopsprache ist Französisch.

Wer?
Der Datathon richtet sich an interessierte Studierende höherer Semester, an Promovierende und Post-Docs der Geisteswissenschaften, die bereits erste Erfahrungen mit digitalen Methoden gesammelt haben. Gearbeitet wird in drei Gruppen, die jeweils von ausgewiesenen Expertinnen und Experten, unseren »Daten-Buddies« angeleitet und betreut werden. Die ganze Bandbreite digitaler Methoden kann dabei ausgeschöpft werden, von statistischer Bearbeitung von Texten und Bildern, über Kartographie, Anreicherung von Datensammlung und Verknüpfung mit Normdaten, bis hin zur Produktion von Erzählungen im Webformat, von Postern, Podcasts und Videos… Die Ergebnisse des Datathon werden am letzten Tag präsentiert und auf den Blogs des DHIP publiziert.

Bewerbungen
Ihre Bewerbung (Motivationsschreiben, ca. 1 Seite sowie Kurzbiografie 1 Seite) richten Sie bitte bis zum 27. September 2021 in Deutsch oder Französisch an Anne Klammt, Mareike König und Gérald Kembellec per Mail: dh@dhi-paris.fr.

Reisekostenbeihilfe
Bewerberinnen und Bewerber aus Deutschland, die kein Auslandsstipendium erhalten oder die keine Einkünfte aus einem Arbeitsverhältnis von mehr als 50 Prozent beziehen, können eine Reise- und Übernachtungspauschale von 200,- Euro beantragen. Bewerberinnen und Bewerber aus Frankreich können analog eine Pauschale von 100,- Euro beantragen. Bitte vermerken Sie dies entsprechend in Ihrem Anschreiben.

Kandidatinnen und Kandidaten werden bis zum 8. Oktober 2021 über die Entscheidung ihrer Bewerbung unterrichtet.

Organisation
Anne Klammt, Gérald Kembellec, Mareike König

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news-7522 Mon, 12 Jul 2021 09:14:46 +0200 Call for Papers: Strategien der Verhinderung https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/call-for-papers-strategien-der-verhinderung.html Der Zugang zu Archivalien in Frankreich und Deutschland im internationalen Vergleich Am 20. Februar betitelte »Le Monde« einen längeren Artikel Guerre de tranchées sur l’accès aux archives. Gibt es in Frankreich einen Grabenkrieg um den Archivzugang zwischen Forschenden, Archiven und Politik? Wie sieht es in Deutschland und in anderen europäischen Ländern aus?

Die Situation in Frankreich ist ambivalent.1 Der französische Präsident, Emmanuel Macron, betont die historiografische Offenheit auch bei sensiblen Themen wie dem Algerienkrieg und der diplomatischen und militärischen Intervention in Rwanda während des Völkermords 1994. In beiden Fällen verfassten Historiker in offiziellem Auftrag Berichte mit allerdings unterschiedlicher Stoßrichtung: Benjamin Stora legte Anfang 2021 einen Bericht und Empfehlungen zum kollektiven Gedenken zu Algerien vor. Vincent Duclert, der bereits 2018 mit einer Kommission einen Bericht über die Erforschung von Genoziden und Massenverbrechen verfasst hatte, sollte die französische Rolle in Rwanda und im Kontext des Genozids an den Tutsi aufklären; der Bericht einer von ihm geleiteten Forschungskommission wurde 2021 dem Präsidenten übergeben. Gerade im zweiten Fall war damit auch ein Recht auf privilegierten Aktenzugang verbunden, ähnlich wie bei historischen Kommissionen in Deutschland, die die Vorgeschichte bundesrepublikanischer Institutionen erforschen sollten. Für die historische Forschung ist es wünschenswert, wenn ihr wie im vorliegenden Fall die verwendeten Quellen weiterhin zur Verfügung stehen, zumal solche, die zuvor nicht zugänglich waren.

In anderen Bereichen wurde der Zugang in den vergangenen Jahren dagegen eher schwieriger. Konkrete und massive Proteste ruft namentlich seit vorigem Jahr die Instruction générale interministérielle 1300 (IGI) hervor. Forschende fürchten, dass diese interministerielle Anordnung, die unter anderem Fragen der Geheimhaltung regelt, im Namen der nationalen Sicherheit den Zugang zu Archivalien für die zeitgeschichtliche Forschung grundsätzlich erschweren wird, da die relativ liberalen Fristen des Archivrechts durch aufwändige Freigabeverfahren für klassifizierte Dokumente ausgehebelt werden können. Selbst bereits bekannte, gar edierte Dokumente könnten davon betroffen sein. Die Motive für den Erlass der »IGI 1300« sind unklar, umso mehr als sie mit der seit François Hollande betriebenen präsidialen Erinnerungspolitik zu kollidieren scheinen.

Ist die Situation in Frankreich einzigartig? Der Blick auf andere Länder zeigt schnell, dass Fragen des Archivzugangs auch dort von erheblicher Aktualität sind. Ihr mediales Echo geht über den Kreis der Forschenden hinaus und spiegelt einerseits die Forderung nach Transparenz in unseren heutigen Gesellschaften und andererseits den Stellenwert von – nicht immer konfliktfreier –wissenschaftlicher und juristischer Aufarbeitung und Vergangenheitspolitik im Europa des 21. Jahrhunderts. In Deutschland hat zuletzt die Übergabe der Stasi-Unterlagen an das Bundesarchiv Debatten über dessen Rolle ausgelöst; der französische Forscher Fabien Théofilakis will den Zugang zu Eichmann-Akten des Bundesamts für Verfassungsschutz gerichtlich einklagen.

Mit dem Aufstieg illiberaler Demokratien in Ostmitteleuropa wurde eine staatlich gesteuerte Geschichtspolitik zunehmend zum Instrument der Macht. Die gezielte Einflussnahme betraf zunächst die Museumslandschaft sowie die Förderung wissenschaftlicher Einrichtungen. Zum Teil müssen sich Historikerinnen und Historiker, deren Forschung unliebsame Ergebnisse produziert, vor Gericht verantworten, wie in Polen. Doch inwiefern, für wen und bei welchen Themen der Archivzugang beschränkt wird, bleibt weiterhin zu untersuchen. In Westeuropa wirft insbesondere der Umgang mit der kolonialen Vergangenheit und entsprechenden Restitutions- und Kompensationsforderungen die Frage auf, wie weit historische Forschungen und journalistische Recherchen in Archiven uneingeschränkt möglich sind.

Bitte schicken Sie ein Abstract von maximal 500 Wörtern in einer der drei Konferenzsprachen (französisch, deutsch oder englisch) bis zum 20. September 2021 an Agnieszka Wierzcholska: awierzcholska@dhi-paris.fr

Termin: 19./20. Januar 2022
Ort: Deutsches Historisches Institut Paris
Konferenzsprachen: Deutsch, Französisch, Englisch

Organisationskomitee:
Corine Defrance (CNRS, SIRICE Paris)
Jürgen Finger (DHIP)
Ulrich Pfeil (Université de Lorraine)
Annette Weinke (Universität Jena)
Agnieszka Wierzcholska (DHIP)


1. Die ursprüngliche Fassung enthielt missverständliche Formulierungen, die in dieser Fassung behoben wurden (24.10.2021).

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news-7511 Thu, 08 Jul 2021 08:44:33 +0200 Soeben erschienen! https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/soeben-erschienen-38.html Francia-Recensio 2021/2 Die aktuelle Ausgabe von »Francia-Recensio« enthält 60 Rezensionen aus den Bereichen Mittelalter, Frühe Neuzeit und Neueste Geschichte. Alle Rezensionen sind mit einer DOI versehen, die für jeden einzelnen Text als verbindlicher und permanenter Zitationsnachweis gilt. Ältere Ausgaben bis »Francia-Recensio 2017/2« sind auf der Publikationsplattform perspectivia.net zugänglich.

 

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news-7441 Mon, 31 May 2021 17:00:00 +0200 Historiciser le mal, eine kritische Ausgabe von Mein Kampf https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/historiciser-le-mal-eine-kritische-ausgabe-von-mein-kampf.html Stellungnahme des Deutschen Historischen Institut Paris zur Veröffentlichung Am 2. Juni erscheint die kritische Ausgabe von Hitlers Mein Kampf in französischer Übersetzung unter dem Titel »Historiciser le mal, une édition critique de Mein Kampf« im Verlag Fayard. Das Deutsche Historische Institut Paris beteiligte sich an diesem editorischen Projekt. Die Stellungnahme und Hintergrundinformationen finden Sie hier.


Adolf Hitlers antisemitische und rassistische Streitschrift Mein Kampf erschien erstmals 1925/1926. Seit 1949 untersagte der Freistaat Bayern, bei dem die Urheberrechte lagen, jeden Nachdruck. Am 1. Januar 2016 wurde das Werk jedoch gemeinfrei. Im Hinblick darauf organisierte das Institut für Zeitgeschichte (IfZ) München-Berlin ein umfangreiches Forschungsprojekt und mobilisierte ein Team von führenden deutschen Historikern, um die wissenschaftliche und kritische Edition vorzubereiten. Sie erschien im Januar 2016 in zwei Bänden mit je 1000 Seiten unter der Leitung von Christian Hartmann und unter dem Titel: Hitler, Mein Kampf. Eine kritische Edition.

Das Auslaufen der bayrischen Urheberrechte auf Mein Kampf zog in verschiedenen anderen Ländern wissenschaftliche und editorische Unterfangen nach sich. In Frankreich war es der Verlag Fayard, der 2011 beschloss, ebenfalls eine wissenschaftlich-kritische Ausgabe von Hitlers Pamphlet zu erstellen. Der bedeutende Übersetzer Olivier Mannoni erhielt den Auftrag für eine neue, vollständige Übertragung vom Deutschen ins Französische. Damals leiteten Olivier Nora und Anthony Rowley dessen historische Abteilung. Nach seinem plötzlichen Tod folgte ihm Fabrice d’Almeida, und ab 2014 wurde das Projekt begleitet von Sophie de Closets als CEO und Sophie Hogg, die im selben Jahr zur Leiterin der Geschichtsabteilung ernannt wurde. Sie beauftragten den Historiker Florent Brayard, seinerseits Forschungsdirektor am CNRS, mit der wissenschaftlichen Leitung des Projekts. Das Ziel bestand darin, die hervorragende Arbeit des IfZ für die französische Leserschaft anzupassen.

Stefan Martens, der stellvertretende Direktor des Deutschen Historischen Instituts Paris (DHIP), half als Fachmann für die Geschichte des Zweiten Weltkriegs, den Kontakt zwischen Fayard und dem IfZ herzustellen. Dies führte 2016 zu einer vertraglichen Vereinbarung zwischen Fayard und dem IfZ. Demnach ist das Editionsprojekt von Fayard eine Adaption und Erweiterung der Referenzausgabe des IfZ für die französischsprachige Leserschaft. Aus diesem Grund ist der Direktor des IfZ, Andreas Wirsching, Mitherausgeber von Historiciser le mal. Une édition critique de Mein Kampf.

Die Vereinbarung hielt fest, dass alle Gewinne des Verkaufs an eine gemeinnützige Institution fallen würden, die sich für die Erinnerung an die Shoah einsetzt. Ausgewählt wurde die Stiftung Auschwitz-Birkenau, die für den Erhalt der Konzentrations- und Vernichtungslagerstätten Auschwitz I und Auschwitz II-Birkenau sowie des Museums Auschwitz verantwortlich ist (http://www.foundation.auschwitz.org/). Die Stiftung erhält die Tantiemen des ersten verkauften Exemplars sowie alle Gewinne aus dem Verkauf des Buchs.

Das wissenschaftliche Team wurde 2015 zusammengesetzt und 2016 verstärkt. Es umfasst: Anne-Sophie Anglaret, David Gallo, Johanna Linsler, Olivier Baisez, Dorothea Bohnekamp, Christian Ingrao, Marie-Bénédicte Vincent, Nicolas Patin und Stefan Martens. Diese Historiker und Germanisten überarbeiteten in Zusammenarbeit mit Olivier Mannoni die von diesem angefertigte Übersetzung. Ein Ziel bestand darin, dass die französische Fassung dem deutschen Original so nahe wie möglich kommt. Auch das unterscheidet sie von der fehlerhaften Übersetzung von 1934, die in Frankreich immer noch vertrieben wird, insbesondere von Nouvelles Éditions Latines. Das Team übersetzte und adaptierte den kritischen Apparat des IfZ in einem reduzierten Umfang für das französische Publikum. Schließlich haben einige Mitarbeiter zusammen mit Florent Brayard die Einleitungen zu den 27 Kapiteln verfasst, und alle haben diese Korrektur gelesen und kommentiert.

Die redaktionellen und wissenschaftlichen Kriterien und Entscheidungen wurden regelmäßig einem internationalen wissenschaftlichen Beirat vorgelegt. Ihm gehören an: Christian Hartmann (Potsdam), Denis Peschanski (Paris), Othmar Plöckinger (Salzburg), Renée Poznanski (Beer-Sheva), Uwe Puschner (Berlin) und Henry Rousso (Paris).

Die DHIP hat dieses Projekt auf verschiedene Weise unterstützt. Die vorbereitenden Arbeiten erhielten einen Zuschuss im Rahmen einer im Oktober 2016 unterzeichneten Vereinbarung mit der École des Hautes études en sciences sociales (EHESS), dem das Centre de recherches historiques (UMR 8558) angehört. Florent Brayard gehört dem Laboratoire an, und das Projekt war dort wissenschaftlich angesiedelt. Das DHIP stellte zudem von 2016 bis 2019 ein Büro für die Mitarbeiter des Teams zur Verfügung. Die Bibliothek des DHIP erwarb wissenschaftliche Literatur, die für die Durchführung des Projekts relevant war. Gelegentlich wirkten Praktikantinnen und Praktikanten des DHIP bei verschiedenen Aufgaben mit.

Das DHIP veranstaltete außerdem im April 2018 einen internationalen Studientag zur Rezeptionsgeschichte von Mein Kampf in Frankreich, den Nicolas Patin und David Gallo in Zusammenarbeit mit dem LabEx Tepsis (EHESS) organisierten. Die Beiträge wurden in Francia 47 (2020) veröffentlicht, der Zeitschrift des DHIP. Das Dossier ist unter der folgenden Adresse verfügbar: Link.

Historiciser le mal, die kritische französische Referenzausgabe, ist damit das Ergebnis einer deutsch-französischen Kooperation auf dem Gebiet der historischen Spitzenforschung. Sie fügt sich ein in die internationale Reihe von wissenschaftlichen Editionen von Mein Kampf. Dazu gehören die polnische Ausgabe von Eugeniusz Cezary Król, die Anfang 2021 erschienen ist, die italienische Ausgabe von Alessandra Cambatzu und Vincenzo Pinto (2017) sowie die hebräische Teilausgabe, die 1994 von Moshe Zimmermann vorgelegt wurde.

Da die Kommentare in der französischen Ausgabe von Historiciser le mal weitgehend auf der deutschen Ausgabe des IfZ basieren, ist das gesamte Projekt das Ergebnis einer fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen dem IfZ München-Berlin mit verschiedenen französischen Institutionen: dem Verlag Fayard ebenso wie mit dem LabEx Tepsis, dem Institut national des sciences humaines et sociales des CNRS und dem Centre de recherches historiques (EHESS/CNRS). Die Vermittlung und Unterstützung solcher Kontakte ist eine der wesentlichen Aufgaben des Deutschen Historischen Instituts in Paris. Bereits mit seiner Gründung 1958 durch die Bundesrepublik Deutschland wurde der historischen Forschung eine wichtige Rolle für die Versöhnung der Völker nach dem Zweiten Weltkrieg zugewiesen.

Mein Kampf ist eine grundlegende Quelle für das Verständnis der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Es ist ein Buch, das eine verhängnisvolle Rolle gespielt hat bei der Entfaltung des Nationalsozialismus und der Vorbereitung des Völkermords und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die Europa und die ganze Welt verunstaltet haben. Es ist eine Quelle, die studiert und gelesen werden muss, obwohl ihr Inhalt widerwärtig ist. Gerade deshalb kann die Beschäftigung mit dem Inhalt von Mein Kampf weder auf unkundigen Vorurteilen noch auf Raubdrucken oder Internetportalen beruhen, die den Text seit langem unkommentiert frei zugänglich machen. Es ist ein Buch, das kontextualisiert, kritisiert, Zeile für Zeile dekonstruiert und von Kommentaren auf dem neusten Forschungsstand begleitet werden muss.

Das ist eine wissenschaftliche und erinnerungspolitische Herausforderung von internationaler Dimension. Um uns in der Gegenwart zu orientieren und eine völkerverbindende Zukunft zu gestalten, ist es unabdingbar, dass wir uns auch mit den verhängnisvollen Seiten unserer Vergangenheit auseinandersetzen. Nur so können wir verstehen, warum die Deutschen dem Verfasser von Mein Kampf euphorisch und bis in den Untergang gefolgt sind. Nur dank solider historiographischer Arbeit und mit gesichertem Wissen können wir die Ursachen und Folgen des Nationalsozialismus und seiner rassistischen, antisemitischen, kriegerischen und verbrecherischen Ideologie verstehen. Gefahren lassen sich nicht bekämpfen, indem man sie ignoriert, sondern indem man sie rational und methodisch analysiert. Dies ist nicht nur die Aufgabe von professionellen Historikern. Alle Bürger, die Akteure in einer demokratischen Gesellschaft sind, können daran teilnehmen und ihren Beitrag leisten, wenn sie eine vertrauenswürdige Dokumentation zur Verfügung haben.

Für Interessierte hat das DHIP eine Dokumentation der Pressereaktionen auf die Editionen in Deutschland, Frankreich und Polen zusammengestellt. Sie kann hier eingesehen werden. Die Beiträge des erwähnten Workshops finden Sie hier in Francia.

Zur Stellungnahme (PDF)
Dokumentation der Pressereaktionen (PDF)

Weitere Informationen zum Studientag im Mémorial de la Shoah
Aufzeichnung der Veranstaltung Teil 1
Aufzeichnung der Veranstaltung Teil 2

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news-7399 Wed, 12 May 2021 09:45:16 +0200 Call for Papers: Forschungsseminar der Neueren und Neuesten Geschichte https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/call-for-papers-forschungsseminar-der-neueren-und-neuesten-geschichte.html Atelier zur transnationalen Geschichte. Transnationale Geschichte schreiben: historiografische und methodologische Fragen Die Abteilung Neuere und Neueste Geschichte des Deutschen Historischen Instituts Paris (DHIP) richtet seit 2016 ein Forschungsseminar mit dem Ziel aus, die Diskussion unter Historikerinnen und Historikern über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg zu fördern. Auch im Herbst und Winter 2021 möchten wir die in den letzten Jahren begonnene Beschäftigung mit transnationaler Geschichte fortsetzen und das Seminar für Forschende öffnen, die ihre Forschungsprojekte diskutieren und ihren »transnationalen« Blick und Methodologie kritisch reflektieren wollen. Nachwuchsforschende und/oder aktuelle und ehemalige Geförderte und Gastforschende des DHIP sind besonders herzlich willkommen.

Gemeinsam möchten wir Herausforderungen und Probleme transnational angelegter Forschungsprojekte diskutieren, zumal wenn sie sich in unterschiedlichen disziplinären Traditionen und/oder akademischen Kulturen verankern. Wie wählt man den Forschungsgegenstand in einem transnationalen Wissenschaftskontext aus? Wie schreiben wir Geschichte, wenn sie über nationale Engführungen, über eine Geschichte binationaler Beziehungen hinausgeht und wir andere Analyseparameter als die des Nationalstaats nutzen? Vor welche Herausforderungen stellen uns dann Periodisierung(en) und breitere Kontextualisierung(en)? Wie positionieren wir uns zwischen mehreren Disziplinen, die wiederum je nach nationalem Forschungszusammenhang unterschiedlich wahrgenommen werden? Wie gehen wir mit der Vielfalt methodologischer Bezüge um? Wie gehen wir mit Konzepten aus unterschiedlichen Sprachen und Forschungskulturen um und wie übertragen wir sie? Wie erfüllen wir die impliziten oder expliziten Erwartungen einer Forschungsgemeinschaft und fungieren gleichzeitig als Übersetzer und Übersetzerinnen von Konzepten? Durch die Auseinandersetzung mit den historiografischen Traditionen, in die wir uns einschreiben, möchten wir diskutieren, warum und wie wir verschiedene Herangehensweisen der Sozial-, Politik- oder Kulturgeschichte integrieren können. In Anlehnung an die Forschungsinteressen unserer Abteilung freuen wir uns besonders über Vorschläge aus der jüdischen Geschichte, Geschlechter-, Demokratiegeschichte, Geschichte von Minderheiten, wirtschaftlichen Praktiken oder Wissensformen. Historische Projekte aus anderen geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen sind ebenfalls willkommen.

Im Herbst 2021 planen wir vier bis fünf Sitzungen, in der Regel an einem Dienstagnachmittag. Die Seminarsprachen sind je nach Sitzung Deutsch, Französisch und/oder Englisch. Je nach Pandemiebedingungen und Verfügbarkeit findet das Seminar entweder online statt oder als face-to-face/hybrid-Veranstaltung. In diesem Fall erstatten wir die Reisekosten des oder der Vortragenden.

Das Seminar hat zwei mögliche Formate: Entweder Sie schicken einen Text, den alle Teilnehmenden vorab lesen, und präsentieren ihn kurz während des Seminars oder Sie machen nur eine mündliche Präsentation von maximal 15–20 Minuten. Die Sitzungen finden im »Tandem« (zwei Vorträge mit ähnlichen Themen) statt. Sie können gerne selbst eine Person vorschlagen, mit der Sie gerne vortragen würden, es ist aber nicht zwingend erforderlich.

Vorschläge für Vorträge (maximal 250 Wörter) sollten bis zum 15. Juni 2021 über dieses Formular eingereicht werden: LimeSurvey - L’atelier du transnational

Das Semesterprogramm wird im Juli 2021 bekannt gegeben.

Organisationskomitee des Seminars: Abteilung für Neuere und Neueste Geschichte des Deutschen Historischen Instituts: Axel Dröber, Agnieszka Wierzcholska, Celia Burgdorff, Gérald Kembellec, Jürgen Finger, Mareike König, Margot Lyautey und Zoé Kergomard

Kontakt:
Agnieszka Wierzcholska: awierzcholska@dhi-paris.fr
Zoé Kergomard: zkergomard@dhi-paris.fr 

Zum Call for Papers (Deutsch)
Zum Call for Papers (Englisch)

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news-7396 Tue, 11 May 2021 12:57:46 +0200 Call for Papers: »Souveränität: Konzept und Schlagwort im Wandel. Frankreich und Deutschland, 14.–21. Jahrhundert« https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/call-for-papers-souveraenitaet-konzept-und-schlagwort-im-wandel-frankreich-und-deutschland-14-21.html Tagung vom 6. bis 8. April 2022 am Deutschen Historischen Institut Paris Tagungskonzept
Als staats- und völkerrechtliches Konzept ist die souveraineté eine bewusste Schöpfung von Jean Bodin in den Six livres de la république von 1576. Das Wort souveraineté (superioritas) war allerdings bereits spätmittelalterlich und bezeichnete die höchstrichterliche, inappellable Gewalt. Seit den Anfängen war der Begriff damit nicht nur deskriptiv und normativ, sondern auch ein Mittel, um konkurrierende politische Ansprüche zurückzuweisen. Im 14. Jahrhundert war er ein Element bei der theoretischen Fundierung eines französischen Nationalkönigtums in Abgrenzung zu den Universalmächten Papst- und Kaisertum. Diese außenpolitische Stoßrichtung war bei Bodin noch explizites Ziel der Abhandlung und wurde zu einem zentralen Element der Theorie. Das Recht, Kriege zu führen und Frieden sowie Bündnisse zu schließen, bildete bei Hugo Grotius und in der diplomatischen Praxis seit dem 17. Jahrhundert die Grundlage des Völkerrechts und der entstehenden Staatenwelt. Staatsrechtlich richtete sich das Souveränitätskonzept gegen die privilegierten ständischen Gewalten wie Kirche und Klerus, Adel, Städte und andere Korporationen. Die in der Gesetzgebung gründende »Kompetenzkompetenz« wurde zum Kern monarchischer Gestaltungsmacht, die formal nicht mehr an das Herkommen und wohlerworbene Rechte gebunden war.

Die lateinische Übersetzung von Bodins Hauptwerk, in der souveraineté als maiestas wiedergegeben wurde, und seine bereits im 16. Jahrhundert erschienen deutschen Übertragungen erlaubten schon früh eine Auseinandersetzung in der deutschen Reichspublizistik mit dem Konzept, das die Sonderstellung des Heiligen Römischen Reiches nicht nur in Frage stellte, sondern sogar die Souveränität eines Wahlkaisers. Zuerst unbewusst, aber seit Richelieu durchaus intendiert, nutzte Frankreich das Souveränitätskonzept als Spaltpilz, um Habsburg und das Reich zu schwächen. In den Westfälischen Friedensverhandlungen, die das Wort »Souveränität« erst eigentlich ins Deutsche einführten, stellte Frankreich Reichsständen die Anerkennung einer Souveränität in Aussicht, die das Ausscheiden aus dem Reichsverband nach sich ziehen musste. Das betraf 1648 erst die peripheren Territorien der Niederlande und der Eidgenossenschaft, doch diese Strategie führte über den Ersten und Zweiten Rheinbund schließlich zum Auseinanderbrechen des Alten Reichs, als sich 1803/1806 die mächtigen Stände für souverän erklärten. Das Konzept erlaubte ihnen nicht zuletzt, bei der Neuordnung des Reichs durch Säkularisation und Mediatisierung ihre Territorien stark zu vergrößern.

Schon zuvor hatten Reichsfürsten die Postulate des Souveränitätskonzepts genutzt, oft allerdings gestützt auf traditionelle Rechtsbegriffe wie Landeshoheit oder »die höchste Gewalt«, um in ihren Territorien die zentralen staatlichen Kompetenzen nach französischem Vorbild in einem Gewaltmonopol zu bündeln und zu stärken. In Frankreich selbst geschah dies durch die von J.J. Rousseau nicht intendierte Übertragung des kleinstaatlichen Ideals auf die nationale Ebene so systematisch, dass der Übergang zur Volkssouveränität in der Erklärung der Bürger- und Menschenrechte von 1789 (Art. 3: Le principe de toute souveraineté réside essentiellement dans la nation) und in den folgenden Verfassungen als problemlose Übertragung des Konzepts auf einen neuen Träger erschien. Die Entscheidung zwischen Fürsten- und Volkssouveränität und die konkrete Ausgestaltung entsprechender Verfassungen prägten im 19. Jahrhundert die konstitutionellen Auseinandersetzungen und Debatten in beiden Ländern. Für beide wurde der Deutsch-französische Krieg von 1870/71 wegweisend. In der Dritten Republik lag die Souveränität bei der Assemblée nationale. Im deutschen Kaiserreich 1871 lag die ungeteilte Souveränität beim Reich, aber formal bei einem föderalistisch zusammengesetzten Organ, dem Bundesrat. Er musste etwa auch Kriegserklärungen zustimmen, doch ansonsten war der Kaiser bei der Ausübung der Souveränität nach außen weitgehend autonom. Die gewählte Lösung überspielte die Souveränitätsproblematik, indem sie diese zur »nichtnotwendigen Eigenschaft« der Staatsgewalt erklärte, damit die Gliedstaaten weiterhin Staatscharakter bewahren konnten. Mit der Weimarer Verfassung ging die Souveränität auf das Volk über. Die Nationalsozialisten setzten die Verfassung nicht außer Kraft, die erst durch das Grundgesetz von 1949 faktisch ersetzt wurde. Doch bereits die Debatten über den Ausnahmezustand (Art. 48, Carl Schmitt) und dann die Herrschaftspraxis unter Hitler bewiesen einen wachsenden Abgrund zwischen der Theorie legislativer Souveränität und der Praxis exekutiver Machtfülle.

Die BRD und die DDR begründeten sich gleichermaßen in der Idee der Volkssouveränität, die allerdings außenpolitisch stark eingeschränkt blieb. Erst der Zwei-plus-Vier-Vertrag von 1990 erklärte in Art. 7,2: Deutschland hat volle Souveränität über seine inneren und äußeren Angelegenheiten. Diese ist aber, im Unterschied zur Rechtstheorie und dem politischen Selbstverständnis namentlich eines langen 19. Jahrhunderts, durch viele internationale und supranationale (EU) Regelungen erheblich eingeschränkt. In Deutschland wird diese Einbindung durch das Bundesverfassungsgericht aufmerksam verfolgt, doch ist sie politisch unumstritten. In Frankreich dagegen hat der Souveränismus auf der jakobinischen Linken, der gaullistischen Rechten und bei den postfaschistischen Rechtsextremen eine solide Basis behalten. Vor diesem Hintergrund erfolgen Diskussionen über eine europäische »Souveränität«, in denen nicht zuletzt zu klären ist, in welchen Bereichen es um echte Kompetenzübertragungen der Nationalstaaten an die EU gehen wird und inwiefern bei den vielfältigen Einschränkungen nationaler Souveränität ebenso wie ihrer Abtretung das Konzept eines Gewaltmonopols oder der Kompetenzkompetenz überhaupt noch zeitgemäß ist.

Vor diesem Hintergrund will die Tagung über den historischen Sprachgebrauch in Frankreich und Deutschland, vor allem in Konfliktsituationen, das Potential des Begriffs »Souveränität« zur Fixierung von konstitutionellen Verhältnissen, aber auch für deren Anpassung untersuchen. In paralleler Betrachtung sollen die Entwicklungen in den beiden Ländern analysiert werden. Der Vergleich soll die Forschungsstände festhalten, neue Fragen formulieren und eventuell in eine Publikation mit synthetischem Charakter münden, die auch als historische Grundlage für laufende politische Debatten dienen kann. Der Bezug zu den aktuellen Diskussionen soll nicht zuletzt durch eine Podiumsdiskussion mit Praktikern, z.B. Diplomaten, gewährleistet werden.

Mögliche Fragestellungen:

  1. Der Begriff der souveraineté, superioritas etc. im Spätmittelalter
  2. Die Entwicklung der Hoheitsrechte (droits régaliens) im französischen Spätmittelalter
  3. Reichsrecht und Landeshoheit, landesherrliche Hoheitsrechte um 1500
  4. Das Konzept der Souveränität bei Jean Bodin und seinen Adepten
  5. Die Rezeption der Souveränitätslehre im deutschen Sprachraum: Rechtslehre, Legitimation und gesetzgeberische Praxis
  6. Die Souveränität im Völkerrecht und in der diplomatischen Praxis nach 1648
  7. Souveränität und Herrschaftsverdichtung in Frankreich, 17./18. Jh.
  8. Herrschaftsverdichtung im Reich und in den Reichsständen, 17./18. Jh.
  9. Von der Fürstensouveränität zur Volkssouveränität: Frankreich um 1800
  10. Von der Fürstensouveränität zur Volkssouveränität: Deutschland um 1800
  11. Der Zweite Rheinbund und das Ende des Reichs
  12. Die Souveränität der deutschen Staaten, 1815–1866
  13. Der Bürger als Souverän? Frankreich und Deutschland im 19. Jh.
  14. Die Souveränität in Völkerrecht und Diplomatie, 1815–1914
  15. Souveränität, Empire und Imperialismus
  16. Souveränität, Kaiserreich und Imperialismus
  17. Die Souveränität in der französischen Rechtslehre, 19./20. Jh.
  18. Die Souveränität in der deutschen Rechtslehre, 19./20. Jh.
  19. Die Souveränität in den republikanischen Verfassungen Frankreichs
  20. Die deutsche Souveränität in den Verfassungen zwischen Kaiserreich und Weimar
  21. Souveränität und Völkerrecht, 1914–1989
  22. Souveränitätslehre und Praxis im nationalsozialistischen Deutschland
  23. Souveränitätslehre und Praxis zwischen Vichy und dem freien Frankreich
  24. Souveränität und Dekolonialisierung in Frankreich
  25. Eigenstaatlichkeit ohne Souveränität: BRD und DDR
  26. Das Souveränitätsverständnis von Charles de Gaulle und in der Fünften Republik
  27. Die wiedererlangte deutsche Souveränität 1990: Verfassungstheorie und Praxis
  28. Die europäische Souveränität: französische Erwartungen
  29. Die europäische Souveränität: deutsche Erwartungen
  30. Das philosophische Konzept der Souveränität heute

Die Ausschreibung richtet sich vor allem an Forschende der Geschichtswissenschaften, aber auch der Jurisprudenz, Philosophie, Politikwissenschaft oder Literaturwissenschaften. Die Beiträge müssen eine klar historische Fragestellung beinhalten. Konferenzsprachen sind Französisch, Deutsch und Englisch.

Abstracts von max. 3000 Zeichen mit einem kurzen Lebenslauf werden bis zum 31. Mai 2021 per-E-Mail erbeten an: nmay@dhi-paris.fr.

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news-7244 Tue, 04 May 2021 15:30:00 +0200 Wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in für die Abteilung Afrika https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/wissenschaftlichen-mitarbeiterin-fuer-die-abteilung-afrika.html Das Deutsche Historische Institut Paris, ein Forschungsinstitut der öffentlich-rechtlichen Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland, sucht zum 1. September 2021 oder nach Vereinbarung eine/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in (TVöD 13) mit einem Forschungsschwerpunkt in der Geschichte Afrikas. Das Deutsche Historische Institut Paris arbeitet unter den drei Leitbegriffen »Forschen – Vermitteln – Qualifizieren« auf dem Gebiet der französischen, deutsch-französischen und westeuropäischen Geschichte von der Spätantike bis zur Gegenwart und nimmt eine Vermittlerrolle zwischen Deutschland und Frankreich ein. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind Digital Humanities und die Geschichte Afrikas.

Für die Abteilung Afrika suchen wir eine/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in (Postdoc). Es handelt sich um eine befristete Qualifikationsstelle (3+2 Jahre), welche die Konzeption und Durchführung eines Forschungsprojekts (Habilitation, second book) aus dem Arbeitsgebiet des DHIP erlaubt.

Die Aufgaben umfassen:

  • Durchführung des eigenen Forschungsprojekts,
  • Kontaktperson für das Maria Sibylla Merian Institute for Advanced Studies in Africa (Accra),
  • aktive Gestaltung der Abteilung Afrika: Organisation von Veranstaltungen, gutachterliche Tätigkeit, Mitbetreuung von Praktikantinnen und Praktikanten und Bibliothek etc.,
  • aktive Mitarbeit in den Redaktionen der hauseigenen Veröffentlichungen,
  • Ansprechpartner/in für einschlägige Anfragen,
  • Engagement in den haus- und stiftungsweiten Gremien und Arbeitsgruppen.

Wir erwarten:

  • einen ausgearbeiteten Entwurf für ein innovatives Forschungsprojekt,
  • eine abgeschlossene geschichtswissenschaftliche Promotion,
  • ein sehr gutes Sprachniveau in Deutsch bzw. Französisch und gute Kenntnisse der jeweils anderen Sprache und in Englisch.

Wir bieten:

  • große eigene Gestaltungsspielräume zur Entwicklung eines internationalen wissenschaftlichen Profils durch Kooperationen mit Partnerinstitutionen (insbes. MIASA), Veranstaltungen etc.,
  • die Mitarbeit in einem dynamischen Team,
  • eine abwechslungsreiche Tätigkeit im Herzen von Paris,
  • bei Vorliegen der Voraussetzungen eine Vergütung nach TVöD 13 (Bund) zuzüglich einer zur Deckung der höheren Lebenshaltungskosten in Paris angemessenen Auslandszulage und Mietzuschuss; alternativ eine vergleichbare Vergütung auf Grundlage des lokalen Gehaltsschemas der Deutschen Botschaft,
  • eine Anstellung in einer öffentlichen Einrichtung, die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird.

Bewerbungsfrist: 13. Juni 2021

Weitere Informationen in der Ausschreibung

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news-7362 Wed, 21 Apr 2021 16:12:23 +0200 Ausschreibung: Aufsatzpreis des DHIP »Traduire et diffuser« https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/ausschreibung-aufsatzpreis-des-dhip-traduire-et-diffuser.html Für französische Dissertationen L’Institut historique allemand de Paris (IHA), acteur central de la recherche à vocation internationale, assume une fonction de médiation entre la recherche historique allemande et française. Les recherches de l’IHA portent sur l’histoire française ou franco-allemande, sur l’histoire africaine et sur l’histoire numérique.

L’IHA offre un prix dont la valeur est égale à environ 2000 € pour permettre la publication en allemand des résultats d’une thèse française de haut niveau portant sur les domaines de recherche de l’Institut.

L’IHA prendra en charge les frais de traduction de l’article. L’auteur proposera ensuite l’article à la revue »Francia« ou un périodique allemand pertinent.

La candidature doit être accompagnée des documents suivants:

  • un résumé de deux pages de la thèse décrivant le potentiel de l’article pour la recherche germanophone,
  • un curriculum vitae,
  • le manuscrit de la thèse soumise,
  • le rapport de thèse ou les Gutachten.

La thèse doit avoir été présentée au cours des deux dernières années.

Un comité international d’historiens décidera de l’attribution du prix.

Les candidatures doivent être envoyées à l’adresse suivante: nmay@dhi-paris.fr.

La date limite de dépôt des candidatures est fixée au 15 mai 2021.

Vers l'appel à candidature

Vers l'appel à candidature pour les dissertations allemandes

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news-7360 Wed, 21 Apr 2021 16:04:16 +0200 Ausschreibung: Aufsatzpreis des DHIP »Traduire et diffuser« https://dhi-paris.fr//newsroom/detailseite/news/detail/News/ausschreibung-aufsatzpreis-des-dhip-traduire-et-diffuser-1.html Für deutsche Dissertationen Das Deutsche Historische Institut Paris (DHIP) ist ein wichtiger Akteur international ausgerichteter historischer Forschung und es übernimmt eine zentrale Vermittlungsfunktion zwischen der deutschen und französischen Geschichtswissenschaft. Die Forschungsschwerpunkte des DHIP sind die französische, deutsch-französische, afrikanische sowie die digitale Geschichte.

Das DHIP schreibt einen Preis im Wert von ca. 2000 € aus, damit die Ergebnisse einer herausragenden deutschen Dissertation im Bereich der Forschungsschwerpunkte des Instituts als französischer Aufsatz erscheinen kann.

Das DHIP übernimmt die Kosten für die Übersetzung sowie die redaktionelle Betreuung des Aufsatzes. Der Aufsatz soll anschließend in der Zeitschrift »Francia« oder nach Absprache in einer anderen einschlägigen Zeitschrift veröffentlicht werden.

Der Bewerbung für den Preis sind folgende Unterlagen beizulegen:

  • eine zweiseitige Zusammenfassung der Dissertation, die das Potential einer übersetzten Aufsatzfassung für die französische Forschung skizziert,
  • ein Lebenslauf,
  • das Manuskript der eingereichten Dissertation,
  • die Gutachten bzw. der rapport de thèse.

Die Dissertation muss in den letzten zwei Jahren eingereicht worden sein.

Über die Preisvergabe befindet ein international zusammengesetztes Gremium von deutschen und französischen Historikerinnen und Historikern.

Die Bewerbungen richten Sie an: nmay@dhi-paris.fr.

Der Bewerbungsschluss ist 15. Mai 2021.

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Zur Ausschreibung für französische Dissertationen (Französisch)

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