Afrika

Forschungsprojekt

La bureaucratisation des pratiques festives et culturelles au Mali: acteurs, organisations, enjeux

Dr. Laure Carbonnel

Postdoc-Projektstipendiatin

lcarbonnel@dhi-paris.fr


Das Projekt untersucht soziale Bürokratisierungsprozesse des kulturellen Lebens im Süden Malis und beleuchtet insbesondere drei Aspekte: die bürokratischen Praktiken in Kulturvereinen; die Formen sozialer Reglementierung des öffentlichen Raumes; und die den Zeremonien und Festlichkeiten zugrunde liegenden Organisationsmechanismen, in der erstgenannte Faktoren zum Tragen kommen.

Kulturelle und festliche Praktiken bilden gleichermaßen ein Instrument zur Kontrolle der Bevölkerung und einen informellen Raum des Protestes. Wie und in welchem Maße lassen sie sich mittels Prozessen der Herrschaftslegitimation normieren, kontrollieren und inventarisieren?

Das Projekt untersucht soziale Bürokratisierungsprozesse des kulturellen Lebens im Süden Malis.

Nachgezeichnet werden zunächst die Geschichte der Bürokratisierung und deren Bedeutung für die kultur- und geschichtspolitische Ebene, bevor die Untersuchung drei Schwerpunkte setzt. Erstens werden Vereine betrachtet, die bei der Präfektur eingetragen sind bzw. bürokratische Praktiken in ihre Struktur einbeziehen. Nach der Analyse der chronologischen Entwicklung dieser Vereine zielt der hier verfolgte ethnographische Ansatz darauf, die verschiedenen Faktoren (u. a. ökonomische und repräsentative Parameter) zu bestimmen, die deren Bürokratisierung begünstigen. Der zweite zu untersuchende Bürokratisierungsfaktor ist der Wunsch nach sozialer Kontrolle, die von Behörden wie Bürgern ausgeübt wird. Ein Vergleich der Instrumente sozialer Regulierung kultureller Praktiken soll Aufschluss darüber geben, wann die bürokratische Logik die Oberhand über andere Praktiken gewinnt. Schließlich wird, drittens, die Untersuchung des Zusammenspiels gesellschaftlicher Kräfte bei der Organisation von Zeremonien und Festlichkeiten die strukturelle Integration dieser gesellschaftlichen Prozesse veranschaulichen.

Photographie: L. Carbonnel / Association des korodouga de Ségou