Mittelalter

Kontaktzonen im mittelalterlichen Europa

Im Rahmen der mittelalterlichen Geschichte werden am DHIP vier Forschungsvorhaben bearbeitet, die sich auf unterschiedliche Art und Weise den Akteuren der mittelalterlichen Gesellschaft und ihrer Vernetzung widmen: der päpstlichen Kurie, den weltlichen Herrschern sowie weltlichen und kirchlichen Amtsträgern.

Die Gallia Pontificia ist das Langzeitprojekt des DHIP. Sie erfasst, ediert und kommentiert alle Papsturkunden für französische Empfänger bis zum Ende des 12. Jahrhunderts. Päpstliche Schreiben entscheiden Anfragen rechtlicher Natur. Sie reagieren auf Streitfälle innerhalb der französischen Kirche und wirken zugleich innovativ, da sie in vielen Fällen neues Recht setzen.

Das Forschungsprojekt zur Mobilität des Rechts widmet sich dem Transfer von Rechtstexten am Beispiel der Bestimmungen, die zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert zum Umgang mit Juden in Europa erlassen wurden. Ziel ist, die Verbindung der Rechtstexte untereinander zu rekonstruieren und diese parallelen Entwicklungen zu erklären.

Die Entstehung der Universität von Paris steht im Mittelpunkt eines Dissertationsprojekts, das die Universitätswerdung als einen Vergemeinschaftungsprozess analysiert und nach den zeitgenössischen Voraussetzungen, Wirkungsfaktoren und Mechanismen dieser Institutionalisierung fragt.

Vor dem Hintergrund kirchlicher Reformprozesse untersucht das Dissertationsprojekt zu bischöflichen Netzwerken die Interaktionen der Bischöfe in der Reimser Kirchenprovinz. Der Fokus liegt auf möglichen Gruppenbildungen und deren Einfluss auf die Auseinandersetzung mit anderen, regional wie überregional agierenden Herrschaftsträgern.

Lucius III. für Radulf, Domdekan, und die Kanoniker von Notre-Dame in Reims, (1182) März 26 (Reims, Arch. dép. de la Marne, Centre annexe, 2 G 321, Nr. 1).

Gallia Pontificia

Papsturkunden in Frankreich
Prof. Dr. Rolf Große

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Sachsenspiegel, Illustration der Heidelberger Handschrift Cod. Pal. Germ. 164, Kap. 7r, Landrecht, Blatt 11r, Heidelberger historische Bestände digital

Mobilität des Rechts

Transfer von Rechtstexten am Beispiel der Stellung der Juden in Europa
Dr. Amélie Sagasser

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Bischöfliche Netzwerke in der Kirchenprovinz Reims (1050–1150)

Sebastian Gensicke

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Bibel des Manerius, Entstehung 1180–1199 (um 1185-1195), 525 x 360 mm, 302 S, Troyes, Abtei Saint-Loup (?), Frankreich, Paris, Bibliothèque Sainte-Geneviève (Digitalisat Bibliothèque virtuelle des manuscrits médicaux)

Vergemeinschaftung durch Wissen – Das universitäre Imaginär und die Entstehung der Universität von Paris (12. bis 13. Jahrhundert)

Maria-Elena Kammerlander

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Das Team der Abteilung Mittelalter

Termine

In der Abteilung Mittelalter sind folgende Veranstaltungen in Vorbereitung.

Exkursion Mittelalter

München für Mediävisten 2022

Einblick in die Arbeit deutscher Forschungsinstitutionen zur mittelalterlichen Geschichte

Seminar Mittelalter

Online: Seminarzyklus »Euro-Mediterranean Entanglements in Medieval History«

Erste Sitzung des akademischen Jahres 2022/23

Abgeschlossene Projekte

Die Forschungsgruppe »Spiele und Wettkämpfe in der mittelalterlichen Soziabilität« (2014–2019 am DHIP) hat die gesellschaftliche Funktion von Spielen und Wettkämpfen im Rahmen von mittelalterlicher »Freizeit« und »Unterhaltung« untersucht.

Charlemagne

Das Forschungsprojekt anlässlich des 1200. Todestages Karls des Großen hatte zum Ziel, seine Herrschaft unter neuen Perspektiven zu beschreiben. Eine Nachwuchsforschergruppe mit zwei Doktorandinnen und eine internationale Tagung »Charlemagne: les temps, les espaces, les hommes. Construction et déconstruction d’un règne« bildeten die beiden Säulen des Projektes.

Internetportal zum Hof von Burgund im 15. Jahrhundert, in dem sich auch die Prosopographia Curiae Burgundicae befindet, eine Datenbank der Angehörigen des Hofes.